Durch den Unfall eines Reisebusses auf der Autobahn 9 in Oberfranken sind 18 Menschen ums Leben gekommen. Die Leichen der Opfer wurden geborgen, 11 von ihnen konnten bereits identifiziert werden. Bei den Toten handelt es sich um Frauen und Männer im Alter von 55 bis 81 Jahren, wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof mitteilten. Unter den Toten sei auch der Fahrer des Busses. Die übrigen 30 der insgesamt 48 Insassen wurden teils schwer verletzt, zwei von ihnen schweben noch in Lebensgefahr.

Der Bus war um kurz nach sieben Uhr nahe dem oberfränkischen Münchberg an einem Stauende auf einen Sattelzug aufgefahren und in Brand geraten. Die Rettungskräfte seien nur zehn Minuten nach dem Alarm am Unfallort gewesen, sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Doch aufgrund der großen Hitze hätten sie nichts mehr tun können. Der Bus und auch der Anhänger des Sattelschleppers sind vollständig ausgebrannt.   

In dem Bus saßen der Polizei zufolge 46 Fahrgäste und zwei Fahrer. Bei den Fahrgästen handelte es sich um Teilnehmer einer Seniorenreisegruppe aus Sachsen. Wie die Frankenpost berichtet, waren sie von Dresden aus unterwegs zum Gardasee.

Am Unfallort waren etwa 200 Rettungskräfte von Feuerwehren, Polizei und Technischem Hilfswerk im Einsatz. Die Polizei sperrte die A9 in beide Richtungen, um Platz für Einsatzkräfte zu schaffen, darunter auch Rettungshubschrauber, die dadurch auf der Fahrbahn Richtung Norden landen konnten. Es bildeten sich lange Staus in beide Richtungen. Inzwischen wurde zumindest die Sperrung in Fahrtrichtung Berlin wieder aufgehoben, die Sperrung in Richtung Nürnberg soll voraussichtlich den ganzen Tag andauern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprachen den Verletzten und den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. "Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Angehörigen der Opfer", sagte die CDU-Vorsitzende bei der Vorstellung des Wahlprogramms ihrer Partei in Berlin. Sie wünschte den Verletzten schnelle Genesung und dankte den Rettungskräften. Die Arbeit der Retter sei in einer solchen schrecklichen Situation von besonderer Bedeutung. Bundesverkehrsminister Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) reisten von Berlin aus mit einem Hubschrauber an die Unfallstelle.

Die Staatsanwaltschaft Hof beauftragte einen Sachverständigen, bei der Suche nach der Unfallursache mitzuhelfen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer versprach eine schnelle Aufklärung der Unfallursache. "Wir werden als Staatsregierung alles tun, um schnellstmöglichst auch die Ursachen dieser Katastrophe aufzuklären", sagte der CSU-Vorsitzende und sprach den Angehörigen ebenfalls sein Beileid und seine Anteilnahme aus. "Wir beten für die Verletzten, dass sie ihre Verletzungen überwinden." Die Rettungskräfte hätten einen "sehr, sehr schweren Dienst" zu leisten.