Das Gesetz zur Ehe für alle kann in Kraft treten: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Gesetz unterzeichnet, nun muss es nur noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Ab diesem Zeitpunkt wird es noch einige Wochen dauern, bis das Gesetz tatsächlich in Kraft tritt. Damit soll den Standesämtern Zeit für die Umstellung gegeben werden.

Im Bundesgesetzblatt wird die Formulierung lauten: Das Gesetz soll "am ersten Tag des dritten auf die Verkündung folgenden Monats in Kraft" treten: Voraussichtlich können dann Anfang Oktober die ersten gleichgeschlechtlichen Ehen geschlossen werden.

Ende Juni hatte der Bundestag dem Gesetz zugestimmt. Nach jahrelangen Kontroversen war die Entscheidung letztlich binnen weniger Tage gefallen: Nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Interview offen dafür gezeigt hatte, die Abstimmung zur Gewissensentscheidung zu machen, pochten Politiker von SPD und Grünen nur kurze Zeit später dafür, das Gesetz in der letzten Sitzung des Parlaments zur Abstimmung zu bringen. Nach einer 38-minütigen Debatte und 393 Jastimmen hatte der Bundestag dafür gestimmt. Anschließend billigte auch der Bundesrat das Gesetz.

Die SPD hatte das Gesetz mit den Oppositionsparteien Grüne und Linke im Bundestag durchgesetzt. Es stimmten aber auch 75 Unionsabgeordnete für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Einige Unionspolitiker halten allerdings eine Grundgesetzänderung für nötig. Der Freistaat Bayern hat angekündigt, Wissenschaftler mit einer verfassungsrechtlichen Prüfung sowie mit einer Prüfung der internationalen Rechtslage zu beauftragen.

Ulrich Matthes - Freuen Sie sich über die Ehe für alle? Schauspieler Ulrich Matthes findet den Ausdruck Gewissensentscheidung in Bezug auf die Ehe für alle unangemessen. Er fragt, was konservativ heute bedeutet. © Foto: Anond Zika