In Hamburg-Barmbek ist ein 50-jähriger Mann getötet worden, als ein Angreifer mit einem Messer wahllos auf Kunden eines Supermarktes einstach und dann zu Fuß floh. Sechs weitere Menschen zwischen 19 und 64 Jahren wurden verletzt, der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein, an der sich neben der Mordkommission auch der Staatsschutz beteiligt. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte Polizeisprecher Timo Zill.

Der Verdächtige ist 26 Jahre alt und wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte, es handele sich "offensichtlich um einen Ausländer, der ausreisepflichtig war". Mangels Papieren habe er aber nicht abgeschoben werden können, sagte Scholz weiter. Er sprach von einem "bösartigen Anschlag" und fuhr dort: "Zusätzlich wütend macht mich, dass es sich bei dem Täter offenbar um jemanden handelt, der Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet hat."

Polizei durchsucht Flüchtlingsunterkunft

In der Nacht nach dem Angriff durchsuchte die Polizei eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn, in der der mutmaßliche Angreifer gelebt haben soll. "Ob wir etwas gefunden haben, können wir zur Stunde nicht bekannt geben", sagte ein Polizeisprecher. Details zu den Ermittlungen wollen Innensenator Andy Grote (SPD) und Vertreter der Polizei am Samstagmittag bekanntgeben.

Wie Bild und der Spiegel unter Berufung auf Sicherheitskreise berichten, kam der junge Mann als Flüchtling nach Deutschland und lebte in einem Flüchtlingsheim in Hamburg. Mehrere Medien schreiben, er habe Kontakt zu salafistischen Kreisen. Ob die Tat einen ideologischen Hintergrund hat, ist allerdings unklar. Sicher sind die Ermittler nur bei einem Punkt: Es handele sich "definitiv um einen Einzeltäter".

Zeugen hatten den Mann verfolgt und überwältigt. Auf dem Video eines Autofahrers, das im Internet kursiert, soll zu sehen sein, wie Passanten den fliehenden Angreifer mit Plastikstühlen bewerfen. Bei der Auseinandersetzung seien sowohl ein Passant als auch der Angreifer leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Die kurz darauf eintreffenden Einsatzkräfte nahmen den Mann in Gewahrsam. Der Bereich wurde großräumig abgesperrt.