Nach der Befreiung der irakischen Stadt Mossul von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat die Bundesregierung dem Land weitere Hilfen zugesagt. Das Entwicklungsministerium werde Mossul dieses Jahr zusätzlich 100 Millionen Euro an Unterstützung bereitstellen, berichtet die Funke Mediengruppe. Dadurch solle der Wiederaufbau der Region gestärkt werden.

"Jetzt, wo Mossul befreit ist, bauen wir unsere Programme schnell aus", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) den Zeitungen der Funke-Gruppe. "Wir retten Leben, sorgen für Schulbildung und schaffen Jobs." Vor allem der Aufbau der Wasser- und Stromversorgung, der Bau von Unterkünften und die medizinische Versorgung seien dabei wichtig, sagte Müller. Besondere Hilfe benötigten die Kinder in der Region. 

Rund 900.000 Menschen mussten seit Beginn der Offensive im vergangenen Oktober aus der umkämpften Stadt fliehen und wohnen seitdem in Zeltlagern. Rund 50 Millionen Euro sind der Funke Mediengruppe zufolge bislang in die Stabilisierung der Aufnahmeregionen von Flüchtlingen aus Mossul und den Wiederaufbau der vom IS besetzten Gebiete investiert worden. Nach Einschätzung Müllers wollen die meisten Flüchtlinge in die Stadt zurückkehren. Er habe mit einigen von ihnen bei seinem Besuch in einem Flüchtlingscamp im Nordirak sprechen können. "Die Botschaft war klar: Wir wollen zurück", sagte er.

Mossul ist die zweitgrößte Stadt im Irak. Der IS hatte die Metropole 2014 eingenommen. Die Dschihadisten riefen in den von ihnen eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein Kalifat aus. Die irakischen Truppen hatten im Oktober 2016 mit der Rückeroberung Mossuls begonnen. Der Ostteil der Stadt wurde im Januar 2017 zurückerobert, einen Monat später begann der Feldzug im westlichen Teil der Stadt. Im Juli verkündete Iraks Premierminister Haider al-Abadi dann den Sieg über die Terrormiliz IS