In der Altstadt von Jerusalem haben drei Angreifer auf israelische Polizisten geschossen, zwei Beamte sind ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Polizisten seien im Krankenhaus gestorben, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Nach Angaben der israelischen Polizei handelt es sich bei den Tätern um drei Palästinenser, die nach ihrer Flucht in Richtung der Al-Aksa-Moschee getötet wurden. Die Nachrichtenagentur AFP meldet, dass es sich bei den Angreifern um israelische Araber handelt. Man habe zwei Gewehre, eine Pistole und ein Messer bei ihnen gefunden.

Der Angriff ereignete sich in der Nähe des Löwentors am Eingang zum Tempelberg. Dort verüben Palästinenser immer wieder gewaltsame Angriffe auf Israelis. Meist wurden dabei Messer verwendet und keine Schusswaffen. Zuletzt wurde Mitte Juni eine Polizistin erstochen – die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte die Tat damals für sich reklamiert.

Es war der erste derartige schwere Angriff mit Schusswaffen in Jerusalems Altstadt seit Jahren. Die Polizei ermittelt nun, wie die drei Täter es schaffen konnten, mit Waffen in die Altstadt einzudringen. Das Gebiet wird stark bewacht, vor allem an Freitagen. Besonders junge Palästinenser werden regelmäßig gestoppt und kontrolliert.

Heiligtum Tempelberg geräumt

Der Polizei zufolge wurde der Tempelberg geräumt und sollte auch für die Freitagsgebete geschlossen bleiben, die für Muslime den religiösen Höhepunkt der Woche darstellen. Normalerweise kommen Zehntausende Gläubige aus Israel und dem Westjordanland zur Moschee auf dem Tempelberg, um dort freitags zu beten. Wie der muslimische Geistliche Ikrema Sabri sagte, ist diese Schließung des Gebiets erst die dritte seit der Eroberung Ost-Jerusalems durch Israel im Jahr 1967. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versprach, dass sich am jahrelang geltenden Zugang zum Tempelberg langfristig nichts ändern wird.

Der Großmufti Muhammad Ahmad Hussein hat die Absage kritisiert und wurde später nach Angaben seiner Familie von der israelischen Polizei festgenommen. Der oberste muslimische Geistlichen der Stadt sei von der Polizei in Gewahrsam genommen, sagte sein Sohn. Mit seinen Anhängern hatte Hussein in Jerusalems Altstadt gegen die Absage protestiert.

Seit September 2015 haben palästinensische Attentäter laut israelischen Angaben 43 Israelis, zwei US-Bürger und eine britische Touristin getötet. Im selben Zeitraum wurden demnach mehr als 254 Palästinenser, die meisten davon Angreifer, getötet.

Der Jerusalemer Tempelberg ist für alle drei monotheistischen Weltreligionen – das Judentum, das Christentum und den Islam – von großer Bedeutung. So ist der Tempelberg an sich die heiligste Stätte der Juden und die dort befindliche Al-Aksa-Moschee das drittwichtigste Heiligtum der Muslime. In der Vergangenheit kam es auf dem Berg immer wieder zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern.