In der Türkei sind mehrere Menschenrechtsaktivisten festgenommen worden. Unter den Inhaftierten sollen auch zwei Mitarbeiter von Amnesty International sein – darunter die Direktorin der türkischen Sektion der Organisation, Idil Eser.

Amnesty zufolge nahm die Polizei insgesamt zehn Aktivisten fest: Eser, sieben weitere Vertreter von Menschenrechtsgruppen sowie zwei Ausbilder. Einer der Trainer soll deutscher Staatsbürger sein. Die Festnahmen seien bei einer Schulung in einem Hotel in Istanbul erfolgt, hieß es.

Die türkische Zeitung Hürriyet berichtet sogar von zwölf Festnahmen. Wohin die Menschenrechtler gebracht wurden und was ihnen vorgeworfen wird, ist nicht bekannt.

Der türkische Menschenrechtsverein (IHD)  verurteilte die Festnahmen als willkürlich. Die Familien der inhaftierten Aktivisten seien von offizieller Stelle nicht informiert worden. Die Zeitung Cumhuriyet berichtete, dass den Aktivisten bisher kein Kontakt zu Anwälten erlaubt worden sei.

Amnesty bezeichnete die Festnahmen als "grotesken Machtmissbrauch". Dies zeige zudem die prekäre Lage für Menschenrechtsaktivisten in der Türkei.  Seit Juni sitzt bereits der Türkei-Chef von Amnesty International, Taner Kiliç, in Untersuchungshaft. Ihm werden von der türkischen Regierung Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen. Die türkische Regierung macht den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich.