Über Helmut Kohls materielles Erbe ist nach Angaben von dessen Sohn Walter noch zu Lebzeiten des Altkanzlers vor Gericht entschieden worden. "Wir haben 2016 (…) auch auf Initiative meines Bruders hin eine juristische Klärung vom Landgericht Frankenthal erwirkt", sagte der 54-Jährige in der ZDF-Talkshow Markus Lanz. "Da ist alles geklärt. Das Thema Erbschaft in der Familie ist komplett erledigt."

Der ältere der beiden Kohl-Söhne sagte während des 30-minütigen Gesprächs mit Moderator Lanz, es seien schwierige Zeiten nach dem Tod seines Vaters gewesen, aber nun gehe es ihm wieder gut. "Für mich ist wichtig, dass ich heute, zehn Wochen danach, sagen kann: Er ist tot, und dieser Tod ist okay."

Mit Blick auf die Einordnung und Aufarbeitung von Kohls politischem Erbe sagte der Sohn, er wünsche sich, "dass es eine Stiftung gibt, die – ganz wichtig – neutral, objektiv ist. Die außerhalb aller Familienmitglieder ist". Weder er noch sein Bruder Peter oder Maike Kohl-Richter, die Witwe des Altbundeskanzlers, sollten in dieser Stiftung eine Rolle spielen.

Walter Kohl verteidigte auch seine Entscheidung, nicht an der Beerdigung seines Vaters in Speyer teilzunehmen. Seiner Ansicht nach hätte der Vater im Familiengrab in Ludwigshafen beerdigt werden sollen, in dem unter anderem auch seine erste Frau liege. Dass er in Speyer nicht dabei gewesen sei, sei "keine Absage an meinen Vater", es sei "eine Absage an die Situation".

Helmut Kohl war am 16. Juni im Alter von 87 Jahren gestorben. Walter Kohl hatte nach eigenen Angaben aus dem Radio vom Tod des Vaters erfahren, zu dem er vorher jahrelang keinen Kontakt hatte. Für Aufsehen sorgten kurz nach dem Tod seine Besuche am Hause Kohl, in das er einmal nicht eingelassen wurde.