Die Familie des Hamburger Attentäters Ahmad A. hat sich von dem Messerangriff des 26-jährigen Palästinensers distanziert. "Wir bitten Deutschland und die Opfer um Verzeihung. Was auch mit Ahmad geschehen ist, es entschuldigt die Tat nicht", sagt der in Norwegen lebende Onkel Dschamal A. in der ZEIT. Laut der Aussage des Onkels hatte Ahmad A. eigentlich vorgehabt, in Europa sein in Ägypten begonnenes Studium der Zahnmedizin zu beenden.

Ahmads im Gazastreifen lebender Cousin Mouata A. bestätigte der ZEIT außerdem, dass die Familie davon ausging, er werde demnächst dorthin zurückkehren: "Es fehlten nur noch die Papiere." Das deckt sich mit der Darstellung der Hamburger Behörden. Sowohl der Onkel als auch Cousin bekräftigen, dass sie keinerlei Kenntnisse von Verbindungen von Ahmad A. in radikale Kreise hätten. "Von seiner Erziehung und von seinem Charakter her passt das nicht", sagt der Onkel Dschamal A. "Vielleicht hat die Ablehnung seines Asylantrages ihn aus der Bahn geworfen? Davor war er eigentlich zufrieden."

In der Unterkunft von Ahmad A. hat die Polizei eine Flagge der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) entdeckt. Sie befand sich nach Informationen der ZEIT in einem Spind des Zimmers, das A. in der Hamburger Flüchtlingsunterkunft bewohnt hatte. Zuvor hatte bereits die Bild Zeitung von dem Fund berichtet.

Vermutet wird, dass Ahmad A. die Flagge selbst hergestellt hat. Verbindungen zwischen A. und dem IS  konnten die Sicherheitsbehörden allerdings bisher keine feststellen.