Ein Schiff der Bundeswehr hat 158 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Nach Angaben der Marine war das völlig überladene Schlauchboot rund 100 Kilometer vor der libyschen Hauptstadt Tripolis unterwegs – etwa 200 Kilometer vor der italienischen Insel Lampedusa oder 250 Kilometer vor Malta.

Die Bundeswehr rettete auf Anweisung der Sophia-Mission die Flüchtlinge gemeinsam mit einem Hilfsboot der Organisation Open Arms aus dem Schlauchboot. An Bord seien auch sechs Frauen gewesen, eine davon hochschwanger sowie 55 Kinder und Jugendliche. 

Die Flüchtlinge wurden an Bord der Mecklenburg-Vorpommern zunächst medizinisch versorgt, teilte die Bundeswehr mit. Nun sollen sie in den italienischen Hafen Augusta auf Sizilien gebracht werden. 

Die Marineschiffe der meisten im Mittelmeer aktiven Nationen halten sich weitab der Küste auf. Die nichtstaatlichen Hilfsorganisationen werfen den Regierung deshalb vor, sich aus der Seenotrettung herauszuhalten. Denn die NGOs fahren bis an die Zwölfmeilenzone heran, die als libysches Hoheitsgebiet gilt. Allerdings gibt es auch gegen sie Vorwürfe: Gegner der Flüchtlingspolitik beschuldigten sie, mit Schleusern zusammenzuarbeiten und die Migration nach Europa zu verstärken.

Die Hilfseinsätze im Mittelmeer koordiniert eine Seenotrettungszentrale in Rom, das MRCC (Maritime Rescue Coordination Centre). Das Militär ist zudem auf den Befehl der Sophia-Zentrale angewiesen. 

Die Deutsche Marine hat eigenen Angaben nach seit dem Mai 2015 insgesamt 21.358 Menschen aus Seenot gerettet.