Sie sollen versucht haben, den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu stürzen. Jetzt müssen sich knapp 500 mutmaßliche Putschisten vor dem Gericht in Ankara verantworten. Dabei geht es vor allem um die Ereignisse auf dem Luftwaffenstützpunkt Akıncı, von dem aus der Putschversuch koordiniert worden sein soll. 

Unter den Angeklagten ist auch der ehemalige Luftwaffenkommandeur Akın Öztürk, der verdächtigt wird, einer der Drahtzieher des Umsturzversuches gewesen zu sein. In der Türkei laufen bereits mehrere Prozesse gegen mutmaßliche Teilnehmer der gescheiterten Militäraktion vom 15. Juli 2016, bei der mehr als 250 Menschen starben.

Von den insgesamt 486 Angeklagten sind 18 auf freiem Fuß und sieben flüchtig. Unter den Beschuldigten, denen in Abwesenheit der Prozess gemacht wird, ist auch der in den USA lebende Prediger Fethullah Gülen. Die türkische Führung sieht ihn als Initiator des Putschversuchs – was er bestreitet – und geht rigide gegen seine Anhänger vor: Türkeiweit sitzen mehr als 50.000 Menschen im Gefängnis, denen Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen werden.

Ebenfalls in Abwesenheit angeklagt ist der Theologiedozent Adil Öksüz. Er soll in der Putschnacht auf der Akıncı-Basis das Kommando geführt haben. Am Morgen des 16. Juli war er in der Nähe des Stützpunkts festgenommen worden, wurde aber kurz darauf wieder freigelassen.

Viele der Beschuldigten sind auch in anderen Prozessen angeklagt. Bereits im Februar und im Mai hatten in demselben Gerichtssaal zwei Verfahren gegen Hunderte mutmaßliche Putschisten begonnen.