Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat ihre Ermittlungen wegen sexueller Belästigung gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur und Herausgeber Kai Diekmann eingestellt. Es lasse sich kein hinreichender Tatverdacht begründen, teilte die Anklagebehörde mit.

Hintergrund ist ein Vorfall, der sich nach Angaben einer damaligen Mitarbeiterin im Anschluss an eine Klausurtagung im Sommer vergangenen Jahres beim Baden in Potsdam zugetragen haben soll. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen lasse sich "kein Sachverhalt feststellen, der Grundlage für eine Anklageerhebung sein könnte", hieß es in der Mitteilung.

Demnach steht Aussage gegen Aussage. Diekmanns Einlassungen seien nicht weniger glaubwürdig als die die der Frau. Objektive Beweismittel, die die Einlassungen belegen könnten, seien nicht vorhanden.     

Die Frau hatte sich laut einer Verlagssprecherin nach dem Vorfall an das Unternehmen gewandt. Dort sei ihr Vorwurf mithilfe externer Rechtsexperten geprüft und kein strafrechtliches Verhalten festgestellt worden. Mit Einverständnis des Bild-Herausgebers waren demnach die Erkenntnisse dann der Staatsanwaltschaft mitgeteilt worden. Anschließend erstattete die Mitarbeiterin Anzeige. Diekmann hatte den Vorwurf stets bestritten.

Diekmann war mehrere Jahrzehnte für den Springer-Konzern tätig. 2001 übernahm der gebürtige Ravensburger den Chefredakteursposten der Bild. 2015 gab er ihn ab und wurde Herausgeber. Anfang 2017 verließ er den Verlag und übernahm Aufgaben bei dem für seinen Transportservice bekannten US-Unternehmen Uber.