Knapp ein Jahr nach den Sprengstoffanschlägen auf die Fatih-Moschee und das Kongresszentrum in Dresden hat die Generalstaatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Vor Gericht verantworten muss sich ein 30 Jahre alter Mann, der zuvor auch als Redner beim islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis in Erscheinung getreten war. Ihm werden unter anderem versuchter Mord und das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen vorgeworfen.

Laut Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen Einzeltäter, der zwei selbst gebaute Sprengsätze am 26. September 2016 gezündet haben soll. Die erste Bombe explodierte vor der Wohnung des Imams der Fatih-Moschee in Dresden-Cotta. Der Mann, seine Frau und die damals sechs und zehn Jahre alten Söhne hielten sich zu diesem Zeitpunkt im Gebäude auf. Sie blieben unverletzt. Anschließend explodierte auf dem Dach des Kongresszentrums ein weiterer Sprengsatz.

Die Anschläge im Vorfeld der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden hatten bundesweit für Aufregung gesorgt. Für zusätzlichen Ärger sorgten Berichte über mutmaßliche Ermittlungspannen, wonach die zuständige Polizei den Tatort nicht ausreichend abgesperrt hatte. Unbefugte konnten so ungehindert auf das Gelände um die Moschee gelangt sein und dabei womöglich Spuren zerstört haben.

Bereits kurz nach den Anschlägen suchten die Ermittler mithilfe eines Fahndungsvideos nach dem Haupttäter. Der Dresdner war dann im vergangenen Dezember in der sächsischen Landeshauptstadt festgenommen worden. Einem zweiten Verdächtigen konnte laut Staatsanwaltschaft eine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden. Der Verdacht gegen einen Dritten hatte sich schon zuvor nicht erhärtet.