Fünf Wochen nach den Anschlägen in Barcelona und Cambrils hat die spanische Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Der in Spanien lebende Marokkaner werde verdächtigt, den Attentätern bei der Herstellung der Sprengsätze geholfen zu haben, teilte das Innenministerium in Madrid mit. Der 24-Jährige habe Materialien für Sprengstoffe gekauft und Mitgliedern der Zelle Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Der Mann wurde laut den Behörden in der Stadt Castellón im Osten des Landes gefasst.

Es ist die fünfte Festnahme im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen der Anschläge in Barcelona und Cambrils im August. Drei Verdächtige befinden sich in Gewahrsam, unter ihnen der 24-Jährige. Zwei Personen wurden wieder freigelassen.

Bei den Anschlägen in Katalonien war ein 22-jähriger gebürtiger Marokkaner mit einem Lieferwagen in die Menschenmenge auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas gerast. In Cambrils lenkten Angreifer wenige Stunden später einen Pkw in eine Gruppe von Passanten. Bei den beiden Attacken wurden insgesamt 16 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt, die Polizei tötete fünf Attentäter. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hatte die Taten für sich reklamiert.

Die spanische Polizei vermutet hinter den Anschlägen ein Netzwerk bestehend aus rund zwölf Islamisten. Die Zelle soll ursprünglich einen oder mehrere Sprengstoffanschläge in Barcelona geplant haben. Durch eine vermutlich unbeabsichtigte Explosion bei der Herstellung der Bomben wurden diese Pläne jedoch offenbar vereitelt. Dabei starb auch ein Imam, der laut Ermittlern der Kopf der Terrorzelle war.