Laut einer Studie der Stiftung Bertelsmann beurteilen die Deutschen die Zukunft im eigenen Land deutlich positiver als in den europäischen Nachbarländern. Nach der veröffentlichten Erhebung sind 59 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass sich ihr Heimatland in die richtige Richtung entwickelt. In Italien blicken 13 Prozent optimistisch in die Zukunft, in Großbritannien 31 Prozent und in Frankreich 36 Prozent. Im März sahen deutlich weniger Deutsche die Entwicklung ihres Heimatlandes positiv. 32 Prozent waren mit der Situation in dem Land zufrieden. Das waren also nur in etwa halb so viele wie aktuell.

63 Prozent der Deutschen sind mit der Art zufrieden, wie deutsche Demokratie funktioniert. 77 Prozent der Befragten sagen, ihre wirtschaftliche Situation sei in den vergangenen zwei Jahren entweder gleich geblieben oder habe sich sogar verbessert.

Deutlich pessimistischer sind die Deutschen hinsichtlich der Entwicklung der Europäischen Union. 72 Prozent sind der Ansicht, dass die EU sich nicht in die richtige Richtung entwickelt. Bei dieser Entwicklung gibt es im Vergleich zu Juli 2015 kaum Veränderungen. 74 Prozent waren damals mit der EU zufrieden.

EU weit teilen derzeit 66 Prozent der Befragten diese Auffassung. Nur in Italien wird die EU noch kritischer gesehen als in Deutschland. Dort beurteilen 83 Prozent der Befragten ihre Entwicklung negativ. Politisch ordnen sich 80 Prozent der Deutschen der politischen Mitte zu. In Frankreich sagen das mit 51 Prozent deutlich weniger über sich. EU-weit sind es 66 Prozent. Nur sieben Prozent bezeichnen sich in Deutschland selbst als rechts.

Brexit, Trump und die dramatischen Wahlkämpfe in Frankreich, Österreich und den Niederlanden hätten offenbar viele beeindruckt und davon überzeugt, dass es Deutschland verhältnismäßig gut gehe, sagte die Projektleiterin der Umfrage, Isabell Hoffmann. Noch profitiere das Land von seiner breiten politischen Mitte und seinen guten Wirtschaftszahlen.