Hurrikan Irma - Verwüstung auf Karibikinsel Barbuda Der Sturm Irma hat 90 Prozent der Gebäude auf der Insel Barbuda zerstört. Behörden in der Region melden mehrere Tote. © Foto: Alvin Baez/Reuters

Mit enormer Geschwindigkeit zieht Hurrikan Irma durch die Karibik und richtete dort schwerste Schäden an. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 erreichte zunächst die Insel Barbuda und zog dann über das französische Überseegebiet Saint-Barthélemy und die Insel Saint-Martin weiter. Mindestens acht Menschen starben laut Behördenangaben. Die Zahl der Toten könnte aber weiter steigen. 23 Menschen auf den französischen Inseln verletzt, sagte Innenminister.

Rund eineinhalb Stunden verweilte das Auge des als "potenziell katastrophal" eingestuften Hurrikans auf Saint-Barthélemy, dann erreichte es die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten. Ganze Küstengebiete seien überschwemmt. Der französischen Teil von Saint-Martin sei zu 95 Prozent zerstört, sagte der Präsident des Gebietsrates, Daniel Gibbs, dem Rundfunksender Radio Caraïbes International. "Das ist eine enorme Katastrophe", so Gibbs. Er stehe "unter Schock".

Die Karibikinsel Barbuda, auf der rund 1.600 Menschen leben, sei "total zerstört", teilte Regierungschef Gaston Browne mit. Sie sei "nur noch ein Haufen Schutt", fast jedes Gebäude sei beschädigt. Mehr als die Hälfte der Menschen habe ihr Obdach verloren, ein Mensch sei gestorben. Bei CNN bezifferte Browne die Schadensbilanz auf 95 Prozent des Gesamteigentums auf der Insel.

Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seine Landsleute darauf vorbereitet, dass es Opfer durch den Wirbelsturm geben werde. Die Bilanz werde "hart und grausam" sein, "wir werden Opfer zu beklagen haben", sagte Macron nach einem Besuch beim Krisenstab des Innenministeriums in Paris. Die materiellen Schäden auf den Inseln Saint-Barthelémy und Saint-Martin seien "erheblich".

Der Hurrikan zieht derzeit nördlich von Puerto Rico weiter in Richtung Florida, wo er Experten zufolge am Samstag erwartet wird. 

Wirbelsturm Irma

Die graue Linie ist die wahrschein­lichste Route. Die Fläche zeigt, wo Irma von dieser abweichen könnte, nicht die Größe des Sturms.

US-Präsident Donald Trump rief für Florida sowie für die US-Außengebiete Puerto Rico und Virgin Islands den Notstand aus, dadurch werden Bundesmittel freigegeben. Der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rosselló, setzte die Nationalgarde ein und ließ Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen öffnen.

Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, sagte, Irma sei eine "ernste Bedrohung für den ganzen Bundesstaat". Der Sturm könnte der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei. Alle Einwohner sollten sich für drei Tage mit Wasser und Nahrungsmitteln eindecken. Zahlreiche Touristen wurden aufgefordert, die Urlaubsinsel Key West zu verlassen.


Irma hatte sich am Dienstag zum stärksten Hurrikan entwickelt, der jemals über dem offenen Atlantik gemessen wurde. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums erreichte der Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 297 Kilometern pro Stunde.

Die Vereinten Nationen schätzten, dass bis zu 37 Millionen Menschen von Irma betroffen sein könnten. Die UN hätten ein Team nach Barbados entsandt, das dort mit der Katastrophenhilfe der Karibik zusammenarbeiten werde, sagte ein UN-Sprecher. Zudem unterstützten Mitarbeiter der UN die Regierung in Haiti.