Vor dem Besuch von Papst Franziskus ist es der kolumbianischen Regierung gelungen, einen Waffenstillstand mit der letzten aktiven Rebellengruppe des Landes zu vereinbaren. Das gaben die ELN-Guerilla und Präsident Juan Manuel Santos bekannt. Nach Santos' Angaben verpflichtete sich die ELN, Entführungen, Anschläge auf Pipelines und Angriffe gegen Zivilisten einzustellen. Wie der Friedensnobelpreisträger Santos weiter sagte, sollen die Waffen vom 1. Oktober bis zum 12. Januar kommenden Jahren schweigen, später könnte die Waffenruhe verlängert werden.

Kolumbiens Regierung und die ELN-Rebellen führen seit Februar in verschiedenen Gesprächsrunden Friedensverhandlungen. Am Mittwoch wird Papst Franziskus in Kolumbien erwartet. Mit seinem Besuch will er den historischen Friedensprozess in dem südamerikanischen Land stärken.

Die Ejército de Liberación Nacional – zu deutsch Nationale Befreiungsarmee – gilt in dem südamerikanischen Land als letzte größere Guerillagruppe. Ursprünglich war sie von der kubanischen Revolution inspiriert und setzte sich für Bauernrechte ein. Heute besteht die ELN Schätzungen zufolge noch aus rund 1.500 Kämpfern und ist überwiegend im Osten Kolumbiens aktiv. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist die Guerillagruppe für fast 7.000 Morde und ebenso viele Entführungen sowie für Tausende weitere Straftaten verantwortlich.

Friedensabkommen mit der Farc hält

Im November 2016 hatte sich die kolumbianische Regierung unter Präsident Santos nach vierjährigen Verhandlungen bereits auf ein historisches Friedensabkommen mit der größten Guerillabewegung Farc, verständigt. 

Im jahrzehntelangen Konflikt zwischen Staat und Guerilla kamen etwa 300.000 Menschen ums Leben; mehr als sieben Millionen wurden zu Binnenflüchtlingen. Ende Juni erklärte die UN-Beobachtermission für Kolumbien die Entwaffnung der Farc für abgeschlossen.