Der Papst ist zu einem fünftägigen Besuch in Kolumbien eingetroffen. Franziskus' "Hauptquartier" wird die Nuntiatur in Bogotá sein. Von dort aus wird er mit dem Flugzeug in die Städte Villavicencio, Medellín und Cartagena reisen. In der Hauptstadt Bogotá wird Franziskus Präsident Juan Manuel Santos treffen, der 2016 den Friedensnobelpreis für den Friedensvertrag mit der linken Farc-Guerilla erhielt. Die Aussöhnung zwischen Regierung und Rebellen steht beim Papstbesuch im Mittelpunkt. 

Die knapp 7.000 Farc-Kämpfer haben inzwischen alle Waffen den Vereinten Nationen übergeben, aber es gibt weiterhin viele Gegner des Friedensprozesses; umstritten ist eine Sonderjustiz mit milden Strafen für Guerillakämpfer. Die Farc will ihre Ziele nun als Partei auf legalem Weg durchsetzen. Vor Kurzem einigte sich die letzte aktive Rebellengruppe ELN mit der Regierung auf eine Waffenruhe. Im Konflikt zwischen linker Guerilla, Militär und rechten Paramilitärs starben rund 220.000 Menschen. 

Für den Höhepunkt der Reise sind am Freitag ein Treffen und ein Versöhnungsgebet zwischen Opfern des Konflikts und ehemaligen Guerilla-Kämpfern in Villavicencio geplant – einer Stadt südlich von Bogotá. Franziskus wird zwei kolumbianische Priester seligsprechen, die während des Guerillakrieges getötet wurden.

Auf dem Flug nach Kolumbien hatte Franziskus mitreisenden Journalisten gesagt, er wolle Kolumbien auf dem Weg des Friedens helfen. Er bat zudem um Gebete für Venezuela, Kolumbiens Nachbarland. Er hoffe, Venezuela finde Stabilität und einen Dialog. Der Vatikan hatte im vergangenen Jahr Gespräche zwischen der Regierung von Nicolás Maduro und der Opposition begleitet und vor einem Ende der Demokratie in dem Land gewarnt. Venezolanische Bischöfe sollten sich mit Franziskus während seines Besuchs in Kolumbien treffen.

Vor Franziskus hatten Papst Paul VI. im Jahr 1968 und Johannes Paul II. im Jahr 1986 Kolumbien besucht. Für Franziskus ist es die 20. Auslandsreise.