Das Bundeskriminalamt hat etwa 2.250 Straftaten im Zusammenhang mit dem Bundestagswahlkampf registriert. Wie die Zeitung Welt am Sonntag berichtet, zählten dazu auch 54 Gewaltdelikte wie Körperverletzung. Sie beruft sich auf eine Analyse des Bundeskriminalamts (BKA). Mehrheitlich geht es in der Statistik allerdings um Beleidigungen und Sachbeschädigungen.

Zu den Opfern von Attacken während des Wahlkampfes gehören laut BKA zunehmend auch Vertreter oder Helfer der AfD. "Zu erwähnen sind insbesondere Kandidaten der AfD und deren Veranstaltungen, die vermehrt von den Meldungen der Sachbeschädigungen und Störungen betroffen sind", heißt es laut Welt am Sonntag in dem Papier.

In Thüringen zählte die Polizei seit August 205 Strafanzeigen im Zusammenhang mit dem Bundestagswahlkampf. Bei den Delikten handelt es sich vor allem um zerstörte oder gestohlene Wahlplakate und Aufsteller. Betroffen sind besonders Die Linke und die AfD – beide Parteien beklagen, dass 30 bis 40 Prozent ihrer Plakate zerstört würden.

Zunehmend werden aber auch Attacken gegen Politiker oder Wahlhelfer angezeigt. So wurde nach einem Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Südthüringen ein Wahlhelfer der CDU von Protestierern verletzt. Auch Bundestagskandidaten haben Anzeige erstattet. Die AfD wird wegen ihrer islamfeindlichen Programmatik und wegen vieler als ausländerfeindlich und nationalistisch kritisierten Äußerungen besonders häufig angefeindet.

Hohe Belastung der Personenschützer

Das Bundeskriminalamt ist teils selbst für den Schutz von Politikern im Wahlkampf zuständig. Je nach Einschätzung der jeweiligen Gefährdungslage werden Bundeskanzlerin, Bundesminister, Bundespräsident oder Mitglieder des Deutschen Bundestages durch BKA-Beamte geschützt. Wahlhelfer gehören in der Regel nicht zu den geschützten Personen.

Die Arbeitsbelastung der BKA-Personenschützer gilt seit 2016 als sehr hoch. Als Gründe werden vor allem Bedrohungen durch Rechtsextremisten, Linksextremisten oder auch türkische Nationalisten genannt. Im Juli war das BKA mit mehr als 2.000 Beamten für die Sicherheit der Gäste beim G-20-Gipfel in Hamburg zuständig. Jetzt bedingt der Wahlkampf zusätzliche Einsatzstunden.