Der Reservistenverband der Bundeswehr hat seit 2010 insgesamt 32 ehemalige Soldaten wegen rechtsextremer Aktivitäten ausgeschlossen. Das teilte der Verband mit.

Aktuell ermittle die Generalstaatsanwaltschaft in fünf weiteren Fällen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Verband will im Dezember abhängig von den Ergebnissen darüber entscheiden, auch diesen ehemaligen Soldaten außerordentlich zu kündigen. 

Am Montag hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass die Bundeswehr zudem seit 2012 insgesamt 18 Angehörige der Truppe wegen Rechtsextremismus entlassen hat. Derzeit prüfe der Militärische Abschirmdienst (MAD) 391 Verdachtsfälle auf Rechtsextremismus. 

Bestätige sich ein solcher Verdacht, könne das disziplinarische, strafrechtliche und laufbahnrechtliche Folgen bis zur Entlassung haben. Nach Angaben des MAD gehört derzeit noch eine einstellige Zahl an Rechtsextremisten offiziell der Bundeswehr an. Einer davon ist etwa der Oberleutnant Franco A., der wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft sitzt. Sein Fall hatte eine Diskussion über Rechtsextremismus in der Bundeswehr bewirkt.

Am Montag wurde ebenfalls bekannt, dass der MAD seit 2008 etwa 200 Bundeswehrsoldaten als rechtsextrem eingestuft hat. Das teilte das Verteidigungsministerium mit als Reaktion auf eine Anfrage der Grünen. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, nannte die mehr als 20 Rechtsextremen pro Jahr eine "relevante und bedenkliche" Größenordnung.