Bei den Waldbränden auf der iberischen Halbinsel sind bislang 39 Menschen getötet und mehr als 63 verletzt, 16 von ihnen lebensgefährlich. Nach Angaben des Zivilschutzes starben allein in Portugal 36 Menschen, sieben weitere werden noch vermisst. In Spanien gab es drei Tote.

Betroffen sind vor allem die Regionen Coimbra, Castelo Branco sowie Viseu im Zentrum des Landes und Guarda im Norden. Landesweit wurden in Portugal mehr als 440 Brände gezählt, am Montagabend waren noch rund 50 davon aktiv. Etwa die Hälfte davon seien Großfeuer, hieß es.

Tausende Feuerwehrleute waren im Einsatz, mindestens 20 Dörfer wurden evakuiert. Regierungschef Antonio Costa rief den Ausnahmezustand für die betroffenen Regionen aus. Laut des für humanitäre Hilfe zuständigen EU-Kommissars Christos Stylianides sind erste EU-Hilfen unterwegs in die Region. Demnach sollten auf einen Antrag Portugals italienische Löschflugzeuge in den am schwersten betroffenen Regionen zum Einsatz kommen.

Waldbrände in Portugal

Regionen, in denen der Ausnahmezustand ausgerufen wurde.

Besonders betroffen war die Region um die Hafen- und Industriestadt Vigo. In der größten Stadt Galiziens und ihren Vororten wurden Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in Notunterkünfte gebracht. Die Besucher eines Einkaufszentrums, die Nachtschichtarbeiter verschiedener Fabriken sowie Dutzende Bewohner der Uni-Residenz mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Lage sei "sehr besorgniserregend", sagte der Chef der Regionalregierung, Alberto Núñez Feijoo.

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit und starke Winde auf der iberischen Halbinsel hatten den Ausbruch und die Ausbreitung der Brände begünstigt. Zuletzt wurden die Feuer auch von Ausläufern des an der iberischen Halbinsel vorbeigezogenen Wirbelsturms Ophelia angefacht. Für einen Teil der Brände gehen die Behörden indes von Brandstiftung aus.

In Portugal wüten insbesondere in den Sommermonaten immer wieder Waldbrände, in diesem Jahr waren sie besonders verheerend. Mitte Juni starben 64 Menschen bei schweren Bränden im Zentrum des Landes, mehr als 250 weitere wurden verletzt. Bis Ende September wurden bereits fast 216.000 Hektar Wald zerstört.