Bei einer nächtlichen Attacke auf ein Dorf im äußersten Norden Kameruns hat die Islamistengruppe Boko Haram erneut elf Zivilisten getötet, wie die Nachrichtenagentur Agence France-Presse unter Berufung auf lokale Quellen berichtete. Etwa zeitgleich tötete die Miliz im Nordwesten Nigerias fünf Menschen bei einem Selbstmordanschlag sowie vier Menschen mit einer Landmine.

Boko-Haram-Kämpfer hätten ihren Opfern im kamerunischen Gouderi die Kehle durchgeschnitten, sagte der Vertreter einer Bürgerwehr. Die Sicherheitsbehörden der Region bestätigten dies. Demnach handelte es sich um einen Vergeltungsangriff, nachdem mehrere Extremisten in dem Dorf festgenommen worden sind.

Boko Haram betrachtet Nicht-Islamisten als Feinde

Auf der nigerianischen Seite der Grenze tötete ein Selbstmordattentäter fünf Menschen in einer Moschee in der Nähe der regionalen Hauptstadt Maiduguri. Der Islamist sei als Gläubiger getarnt eingedrungen und habe sich in die Luft gesprengt, sagte Ajiri Yala, der Chef einer örtlichen Bürgerwehr. Viele weitere Menschen seien verletzt worden.

Boko Haram bekennt sich in der Regel nicht zu den Anschlägen, geht allerdings immer nach einem ähnlichen Muster vor. Häufig verüben die Islamisten Selbstmordanschläge gegen Zivilisten. Oft werden Moscheen in Nigeria zum Ziel der Extremisten, die alle Muslime, die sich ihnen nicht angeschlossen haben, als Unterstützer der Regierung in Abuja betrachten. Fast täglich kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen nigerianischen Sicherheitskräften und Aufständischen.

Am gleichen Tag wurden vier Menschen getötet, als ihr Fahrzeug nahe der nigerianischen Grenzstadt Banki auf eine Mine fuhr. Unter den Opfern waren eine Frau und ihre beiden Kinder, neun Menschen wurden schwer verletzt, wie ein Milizionär sagte. Demnach war das Fahrzeug Teil eines vom Militär eskortierten Konvois, der nach Maiduguri fahren sollte. Kurz vor der Explosion hätten Boko-Haram-Kämpfer den Konvoi unter Beschuss genommen, sagte ein Fahrer. Während sich die Soldaten Schussgefechte mit den Angreifern lieferten, fuhr einer der Wagen auf die Mine.

Banki liegt 130 Kilometer südöstlich der Regionalhauptstadt Maiduguri und war wiederholt Ziel von Selbstmordanschlägen der Islamisten.

Boko Haram hat ihren Ursprung in Nigeria, wo die Islamistengruppe seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten kämpft. Die mit der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" verbündete Gruppe verübt aber auch in Kamerun, im Tschad und im Niger regelmäßig Anschläge. Die Extremisten töteten bereits mindestens 20.000 Menschen in den Staaten der Tschadsee-Region und vertrieben 2,6 Millionen Menschen.