Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Angriff auf Konzertbesucher in Las Vegas für sich reklamiert. Der Angriff auf die Besucher eines Open-Air-Konzertes sei von einem Mann verübt worden, der vor einigen Monaten zum Islam konvertiert sei, erklärte das IS-Propagandaorgan Amaq. Der Todesschütze hatte mindestens 58 Menschen getötet, 515 weitere Menschen wurden laut dem Sheriff von Las Vegas verletzt.

Das FBI teilte auf einer Pressekonferenz zu dem IS-Bekennerschreiben mit, bislang hätten die Ermittler keine Verbindung des mutmaßlichen Täters zu einer internationalen Terroristengruppe gefunden. Man werde die Motive aber weiterhin untersuchen. Auch andere US-Behörden hatten zuvor erklärt, bei dem 64-jährigen mutmaßlichen Schützen Stephen P. handele es sich um einen Einzeltäter ohne Verbindungen zu Extremistengruppen oder dem ausländischen Terrorismus. Er habe sich selbst getötet, bevor Beamte sein Hotelzimmer gestürmt hatten, teilte die Polizei mit.

Bislang ist völlig unklar, ob die Mitteilung des IS zutreffend ist, sie enthält keine Belege für die Behauptung. Das Posting, das über die IS-nahen Kanäle verbreitet wurde, ist nach Einschätzung von ZEIT-Redakteur Yassin Musharbash vermutlich authentisch. Ob das Attentat tatsächlich durch einen IS-Anhänger verübt worden ist, sei eine andere Frage, so Musharbash. Es seien einzelne Fälle bekannt, in denen der IS und sein Propagandaapparat sich fälschlicherweise zu Anschlägen bekannt hatten.

Mittlerweile hat die Polizei auch P.'s Wohnung in der Stadt Mesquite, rund 130 Kilometer nordöstlich von Las Vegas, durchsucht. Dabei habe es keine Auffälligkeiten gegeben, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei. In der Wohnung, in der der 64-Jährige gewohnt habe, seien mehrere Waffen gefunden worden, sonst aber keine Hinweise auf die Vorbereitung einer Straftat. In dem Hotelzimmer hatte die Polizei indes mehr als zehn Schusswaffen gefunden.

P.  war nicht wegen Gewalttaten polizeibekannt. Einziger Eintrag in seiner Akte sei ein Verkehrsdelikt von vor einigen Jahren, teilte die Polizei mit. Der Bruder des mutmaßlichen Täters sagte CNN, die Nachricht von der Tat habe ihn komplett unvorbereitet getroffen.