Die Schweizerische Justiz beschäftigt sich mit einem weiteren
Vergewaltigungsorwurf gegen Roman Polanski. Eine Deutsche habe Anzeige gegen den Regisseur erstattet, teilte die Kantonspolizei St. Gallen mit. Demnach war die Frau am 26. September zur Polizei gekommen und hatte ausgesagt, sie sei 1972 im
Alter von 15 Jahren in Gstaad von Polanski
vergewaltigt worden. Der 84-Jährige äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf.
Es sei noch nicht
klar, ob ein Strafverfahren eingeleitet werde, sagte ein Sprecher der Polizei. Obwohl die Vorwürfe Jahrzehnte zurückreichen, wäre das nach Schweizer Recht
möglich. "Verjährungsregeln
haben sich im Laufe der Jahre mehrmals geändert. Wenn Opfer bei Sexualdelikten
unter 16 Jahre alt sind, gelten zudem besondere Regeln", sagte
Staatsanwalt Roman Dobler. Der
Fall sollte der Staatsanwaltschaft Bern übergeben werden. Sie ist zuständig für Gstaad
und wird über eine mögliche Verjährung entscheiden.
Nach Informationen der New York Times hat die frühere deutsche Schauspielerin Renate Langer die Anzeige erstattet. Die heute 61-Jährige sagte der Zeitung, sie sei Polanski begegnet, als sie in München als Model gearbeitet habe. Polanski habe angedeutet, sie für einen Film engagieren zu wollen, deshalb sei sie mit Erlaubnis ihrer Eltern zu ihm nach Gstaad gereist. Dort habe der Regisseur sie in seinem Schlafzimmer vergewaltigt.
"Meine Mutter hätte einen Herzinfarkt bekommen"
Sie habe den Vorfall bis zum Tod ihrer Eltern geheim gehalten, um sie nicht in Verlegenheit zu bringen oder aufzuregen, sagte Langer. "Meine Mutter hätte einen Herzinfakt bekommen". Sie habe sich außerdem geschämt und allein gefühlt.
Die US-Justiz ermittelt bereits seit fast 40 Jahren wegen des Verdachts von Sexualdelikten gegen Polanski. 1977 hatte der Filmemacher zugegeben, Sex mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben. Den Vorwurf einer Vergewaltigung wies er aber zurück. Polanski verbrachte damals 42 Tage unter psychiatrischer Beobachtung und floh aus Angst vor einer längeren Gefängnisstrafe 1978 unmittelbar vor der Urteilsverkündung nach Frankreich. Er betrat die USA seitdem nie wieder. Trotz der Bitte seines Opfers um eine Einstellung des Gerichtsprozesses verfolgt die US-Justiz die Jahrzehnte zurückreichenden Vergewaltigungsvorwürfe gegen Polanski weiter.
Noch am Montag war Polanski beim Filmfestival in Zürich bei der Vorführung seines Films Based on a True Story – D'apres une histoire vraie. Er sei nicht mehr in der Stadt, sagte eine Sprecherin des Festivals.
Die Schweizerische Justiz beschäftigt sich mit einem weiteren
Vergewaltigungsorwurf gegen Roman Polanski. Eine Deutsche habe Anzeige gegen den Regisseur erstattet, teilte die Kantonspolizei St. Gallen mit. Demnach war die Frau am 26. September zur Polizei gekommen und hatte ausgesagt, sie sei 1972 im
Alter von 15 Jahren in Gstaad von Polanski
vergewaltigt worden. Der 84-Jährige äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf.
Es sei noch nicht
klar, ob ein Strafverfahren eingeleitet werde, sagte ein Sprecher der Polizei. Obwohl die Vorwürfe Jahrzehnte zurückreichen, wäre das nach Schweizer Recht
möglich. "Verjährungsregeln
haben sich im Laufe der Jahre mehrmals geändert. Wenn Opfer bei Sexualdelikten
unter 16 Jahre alt sind, gelten zudem besondere Regeln", sagte
Staatsanwalt Roman Dobler. Der
Fall sollte der Staatsanwaltschaft Bern übergeben werden. Sie ist zuständig für Gstaad
und wird über eine mögliche Verjährung entscheiden.