Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einem neuen Unwetter: Sturm Herwart trifft auf den Norden Deutschlands. Die Leitstellen in Schleswig-Holstein berichteten von umgekippten Bäumen und eingestürzten Baugerüsten. Die Bahnstrecken zwischen Kiel und Hamburg, sowie zwischen Flensburg und Hamburg wurden durch umgestürzte Bäume blockiert. "Entstörtrupps sind bereits mit Kettensägen und anderem schweren Gerät vor Ort", sagte ein Bahn-Sprecher. Wann die Strecken wieder frei sein werden, war zunächst unklar.

Herwart ist bereits der dritte Herbststurm des Jahres. Seine volle Kraft dürfte er nach Angaben des DWD in Deutschland im Laufe des Sonntagvormittags entfalten. Demnach sollten Spaziergänger Ausflüge in den Wald meiden. Insbesondere an der Nordseeküste sowie im höheren Bergland müsse mit Orkanböen gerechnet werden, so die Meteorologen. Auch Berlin dürfte von dem Sturm erfasst werden.

An der Nordsee werden Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern in der Stunde erwartet. Im Westen und Südwesten hingegen ist die Sturmgefahr nach DWD-Angaben geringer. Ungemütlich kann es trotzdem werden: Landesweit wird mit schauerartigem und teilweise gewittrigem Regen gerechnet. 

Zoo in Berlin schließt

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor einer schweren Sturmflut an der Nordseeküste. Besonders stark betroffen könnten Hamburg und die angrenzenden Elbegebiete sein: Hier wird ein Pegel von bis zu zweieinhalb Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet. Im Wesergebiet könnten die Pegel zwei Meter über dem mittleren Hochwasser liegen, an der nordfriesischen Küste rund eineinhalb Meter.

Voraussichtlich fällt Herwart nicht ganz so stark aus wie Xavier. Dieser hatte Anfang Oktober zu schweren Schäden in ganz Deutschland geführt. Mehrere Personen starben an den Folgen des Unwetters. Weil die Bäume mittlerweile weniger Laub als vor vier Wochen tragen und damit weniger Angriffsfläche bieten, könnte Herwart dem DWD zufolge aber weniger zerstörerisch sein als sein Vorgänger.

Dennoch bleiben Zoo und Tierpark in Berlin wegen der Sturmwarnung am Sonntag geschlossen. Herabfallende Äste des alten Baumbestandes könnten eine Gefahr für Besucher sein, hieß es in einer Mitteilung. Die Tiere würden vorsorglich in Häusern und Stallungen untergebracht.