Auf dem seit Tagen vor der argentinischen Küste vermissten U-Boot ARA San Juan hat es offenbar eine Explosion gegeben. Ein während der Suche aufgezeichnetes Geräusch gleiche dem einer nicht atomaren Explosion, sagte ein Marinesprecher. Die Angehörigen der 44 Besatzungsmitglieder seien informiert worden. Die Suche gehe weiter, bis endgültig Klarheit herrsche. Es gebe keine Hinweise auf einen Angriff auf das U-Boot.

Die in Deutschland gebaute ARA San Juan war am Mittwoch vergangener Woche auf der Fahrt von Ushuaia an der Südspitze Argentiniens nach Mar del Plata verschwunden. Das U-Boot hatte einen Batterieschaden gemeldet und angekündigt, in den Stützpunkt zurückzukehren. Dann brach der Kontakt ab. An Bord sind 43 Männer und die erste U-Boot-Offizierin des Landes.

Die an der Suche beteiligten Schiffe und Flugzeuge sind mittlerweile in ein älteres Suchgebiet zurückgekehrt, um dem Geräusch nachzugehen. Die US-Behörden hatten wenige Stunden nach dem letzten Kontakt mit dem U-Boot eine "hydroakustische Anomalie" verzeichnet. Bisher aufgefangene Geräusche oder Signale stammten jedoch nicht von der ARA San Juan. Der neue Hinweis auf die Explosion sei etwa 30 Seemeilen nördlich der letzten aufgezeichneten Position des U-Boots entdeckt worden, sagte der Marinesprecher.

Wenn das U-Boot intakt und unter Wasser ist, reicht der Sauerstoff an Bord nach Angaben der Marine und von Experten etwa sieben bis zehn Tage. Man wisse aber nicht, ob es nicht vielleicht in der Zwischenzeit an die Wasseroberfläche gekommen sei, um die Sauerstofftanks aufzuladen, sagte Marinekommandeur Gabriel Galeazzi.

Kritik von Angehörigen

Einige der Angehörigen, die am Marinestützpunkt in Mar del Plata auf Neuigkeiten warteten, kritisierten die argentinischen Behörden, bei der Reaktion auf den Notfall zu langsam gewesen zu sein. "Sie haben zwei Tage gebraucht, um Hilfe zu akzeptieren, weil sie die Situation verharmlost haben", sagte etwa Federico Ibañez, dessen Bruder zur Besatzung des U-Bootes zählt.

Flugzeuge aus mehreren Staaten halfen der argentinischen Marine bei der Suche. Großbritannien stellte dem Sucheinsatz ein weiteres Flugzeug zur Verfügung. Bisher waren zwei britische Schiffe sowie ein britisches Flugzeug an der Suche beteiligt gewesen.

US-Präsident Donald Trump sprach auf Twitter seine guten Wünsche an die Suchteams und Argentinien aus. Er habe angeordnet, dem südamerikanischen Land bei der Suche zu helfen. "45 Menschen an Bord und es bleibt nicht viel Zeit. Gott sei mit ihnen und dem Volk Argentiniens!", schrieb Trump. Tatsächlich befinden sich jedoch 44 Menschen auf dem Boot.