Am 15. Tag nach dem Verschwinden des U-Boots ARA San Juan im Südatlantik hat die argentinische Marine die Hoffnung aufgegeben. Die Suche nach Überlebenden werde eingestellt, teilte ein Sprecher mit.

Das Verschwinden gilt als größte Tragödie in der Geschichte der Marine des südamerikanischen Landes. Es wird davon ausgegangen, dass es unmittelbar nach der letzten Funkverbindung mit der ARA San Juan am 15. November eine Explosion an Bord gegeben haben könnte. Die Marine lässt weiter nach dem Schiffswrack suchen, um die Tragödie aufzuklären.

In der letzten Funkverbindung hatte der Kapitän einen Kurzschluss und Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet. Mehrere Spezialschiffe und Flugzeuge mit speziellen Suchgeräten waren in einem Gebiet mit einem Durchmesser von etwa 125 Kilometern im Südatlantik im Einsatz. Auch ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug und ein Mini-U-Boot der US-Navy halfen, um den Meeresgrund abzusuchen.

Die ARA San Juan war auf einer Überwachungsmission am Außenrand der Wirtschaftszone Argentiniens. Es habe sich um eine Routinefahrt gehandelt, bei der nach Schiffen gesucht wurde, die illegal in argentinischen Gewässern fischten, sagte Marinesprecher Enrique Balbi. Die Außengrenze der Wirtschaftszone verläuft entlang dem Kontinentalsockel, bei dem die Meerestiefe von 200 auf bis zu 3.000 Meter fällt. Das U-Boot war von Ushuaia in Feuerland ausgelaufen.

Die ARA San Juan hat einen dieselelektrischen Antrieb der Klasse TR-1700. Das U-Boot wurde im Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals zum Thyssen-Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut und lief 1983 vom Stapel. 2014 waren die Batterien des U-Boots in einer argentinischen Werft renoviert worden.