Bei einem Luftangriff im Jemen sind nach Angaben von Rebellen mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Der Angriff sei vermutlich von der von Saudi-Arabien angeführten Allianz im Norden des Jemen verübt worden, sagte Abdellah al-Esi, Chef der Gesundheitsbehörde der Provinz Saada. Die Huthi-Rebellen kontrollieren dort das Gesundheitsministerium, sie werden von Regierungstruppen mit Unterstützung Saudi-Arabiens bekämpft.

Andere Berichte geben die Zahl der Toten mit 29 an. 17 weitere Menschen sollen zudem verletzt worden sein. Die Angriffe hätten ein Hotel, umliegende Läden und einen Markt in der Provinz Saada getroffen, teilte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde mit. Die Provinz ist eine wichtige Stellung der Huthis, die im Jahr 2015 die Hauptstadt Sanaa und große Gebiete im Nordjemen eingenommen hatten. Der betroffene Bezirk grenzt an Saudi-Arabien.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen. Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe gegen die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen.

Jemen

Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bislang fast 9.000 Menschen getötet. Jemen gilt als das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel. Einem UN-Bericht von September zufolge sind fast 19 Millionen Menschen im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die Lage hat sich in den vergangenen Monaten zusätzlich durch eine Cholera-Epidemie verschlechtert. Es gab laut UN 1.900 Cholera-Tote, eine halbe Million Menschen sollen infiziert sein. Den meisten Jemeniten fehlt es akut an Nahrung und sauberem Trinkwasser, zwei Millionen Kinder sind unterernährt. Laut UN handelt es sich um den "weltweit schlimmsten Ausbruch der Cholera inmitten der weltweit schlimmsten humanitären Krise".