Der UN-Sicherheitsrat hat die Regierung von Myanmar aufgefordert, die Verfolgung der Rohingya zu beenden und die Militäreinsätze gegen die muslimische Minderheit einzustellen. Zudem solle den mehr als 600.000 geflüchteten Mitgliedern eine Rückkehr ermöglicht werden. Myanmar müsse wieder zur Rechtsstaatlichkeit zurückkehren und die Menschenrechte aller akzeptieren, hieß es in einer Mitteilung, die der Rat in New York veröffentlichte. Dabei dürften keine Unterschiede zwischen Ethnie, Religion oder Staatsbürgerschaft gemacht werden.

Die Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Myanmar seien Anlass zu "großer Sorge", hieß es in einer Veröffentlichung. UN-Generalsekretär António Guterres hatte die Krise um die Rohingya bereits zuvor als "humanitären und menschenrechtlichen Alptraum" bezeichnet. Binnen Wochen habe sich der Konflikt zu der "am schnellsten voranschreitenden Flüchtlingsnotsituation der Welt" entwickelt, sagte Guterres vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Mit der Forderung der UN sei nun ein "positiver Schritt" getan. Kritik wurde hingegen durch Myanmars UN-Botschafter Hau Do Suan geäußert – das Dokument übe "übertriebenen politischen Druck" auf die Regierung Myanmars aus.

Die Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten diskriminiert und verfolgt. Obwohl sie dort schon lange Zeit leben, wird ihnen unter anderem die Staatsbürgerschaft verweigert. Der Konflikt zwischen der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung und der muslimischen Minderheit war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt. Die UN stufte das Vorgehen der Armee gegen die Rohingya als ethnische Säuberungen ein. UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi mahnte, dass die Ursachen der Fluchtbewegung beseitigt werden müssten.