Drei Tage nach dem Massaker im texanischen Sutherland Springs bestätigen sich die Berichte über psychische Probleme des Schützen. Wie sowohl der lokale Sender KPRC als auch die Washington Post unter Berufung auf Unterlagen der Polizei berichten, wurde Devin K. bereits vor Jahren in einer psychiatrischen Klinik behandelt, konnte sich der Therapie aber durch Flucht entziehen.

"Eine Gefahr für sich und andere"

Laut des zitierten Polizeiberichts brach der 26-Jährige im Juni 2012 aus der Anstalt Peak Behavioral Health Services aus und wurde anschließend als vermisst gemeldet. Kurz danach wurde er von zwei Polizisten an einer Bushaltestelle in der texanischen Stadt El Paso aufgegriffen. In der Vermisstenanzeige hieß es demnach, K. leide unter "psychischen Störungen" und stelle eine "Gefahr für sich selbst und andere" dar. Damals war er als Soldat auf dem Luftwaffenstützpunkt Holloman stationiert, wo er Vorgesetzte mit Waffen bedroht haben soll. Kurz zuvor hatte ihn ein Militärgericht zu zwölf Monaten Haft verurteilt, nachdem er seine damalige Ehefrau und seinen Stiefsohn angegriffen und dem kleinen Kind schwere Verletzungen am Kopf zugefügt hatte.

Die Luftwaffe musste inzwischen Versäumnisse bei der Weitergabe dieser Informationen einräumen. So wurde das Vorstrafenregister des Mannes nicht an die zentrale Datenbank des FBI zur Überprüfung von Schusswaffenkäufern weitergegeben. Wegen der Verurteilung hätte es K. eigentlich nicht erlaubt sein dürfen, Waffen zu kaufen. Er erwarb aber ein halbautomatisches Gewehr und zwei Pistolen. Mit dem Gewehr verübte er die Tat.

Wut über Familie der zweiten Ehefrau

K. hatte am vergangenen Sonntag in einer Kirche in Sutherland Springs mit einem Sturmgewehr 25 Gottesdienstbesucher getötet und 20 weitere Menschen verletzt. Kurz nach seinem Amoklauf war er tot in seinem Wagen gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich selbst erschoss.

Das Motiv steht noch nicht fest, aber bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es in seinem persönlichen Umfeld liegt. Nach Angaben von Ermittlern hatte er der Mutter seiner zweiten Ehefrau, von der er inzwischen getrennt lebte, Textnachrichten mit Drohungen geschickt. Die Frau hatte die Kirche in der Vergangenheit besucht, war aber am Tattag selbst nicht im Gottesdienst.

FBI wertet Täter-Handy aus

Auch K. selbst sei früher zu Kirchenveranstaltungen gekommen, aber dort nicht willkommen gewesen, sagte der Sheriff von Wilson County, Joe Tackitt, dem Sender CNN. Der Pastor der Gemeinde, Frank Pomeroy, habe den jungen Mann von dessen Besuchen gekannt und ihn dort ungern gesehen. Es habe keine Bedrohungen gegeben, aber Pomeroy habe den Behörden gesagt, dass der 26-Jährige "kein guter Mensch ist, den man sich um sich haben will".

Weitere Hinweise erhoffen sich die Ermittler von der Auswertung von dessen Handy, das die Polizei inzwischen gefunden hat. Bislang hätten die Ermittler keinen Zugriff auf das Gerät, deshalb sei es in die FBI-Zentrale in Quantico im Bundesstaat Virginia geschickt worden, sagte der FBI-Beamte Christopher Combs.