Die Air Force hat wichtige Informationen über den mutmaßlichen Schützen im texanischen Sutherland Springs nicht an das FBI weitergegeben. Unterlagen eines Militärgerichts über den Tatverdächtigen, der eine kriminelle Vergangenheit hatte, seien nicht an die Bundespolizei überreicht worden, teilte die US-Luftwaffe mit. Der Täter sei deswegen nicht in die Datenbank zur Überprüfung von Schusswaffenkäufern eingetragen worden.

Wegen seiner Verurteilung sei es Devin K. gesetzlich eigentlich verboten gewesen, Schusswaffen zu kaufen oder zu besitzen, sagte Luftwaffensprecherin Ann Stefanek. Die Luftwaffe will den Angaben zufolge nun überprüfen, ob andere Fälle korrekt eingetragen wurden.

Richtlinien im US-Verteidigungsministerium sehen vor, dass gegen Militärangehörige verhängte Urteile an das FBI weitergeleitet werden, wenn es um Straftaten wie Körperverletzung geht. Die Polizei nimmt diese Informationen in ihre nationale Datenbank auf. Medienberichten zufolge hat K. im Jahr 2016 Waffen beim Händler Academy Sports + Outdoors gekauft. Es ist unklar, ob die Tatwaffe darunter war.

Der 26 Jahre alte K. soll am Sonntag 26 Menschen in einer Kirche in Texas getötet und 20 weitere Menschen verletzt haben. Später wurde er tot in seinem Auto gefunden.

Ausbilder der NRA schoss auf Täter

Während des Dienstes bei der Air Force wurde K. schuldig gesprochen, seine damalige Partnerin sowie seinen Stiefsohn angegriffen zu haben. Nach den Vorfällen wurde er 2012 zu einer Haftstrafe verurteilt, zwei Jahre später schließlich aus der Luftwaffe entlassen. Laut Gerichtsdokumenten schlug, würgte und trat K. seine Ehefrau. Er gestand, sein Kind so hart geschlagen zu haben, dass er dessen Tod oder eine schwere Körperverletzung in Kauf nahm.

Kurz nach der Massenschießerei war K. von zwei Passanten mit dem Auto verfolgt worden. Einer von ihnen war früher als Ausbilder bei der US-Waffenlobby NRA tätig und schoss auf ihn. "Ich weiß, dass ich ihn getroffen habe", sagte Stephen Willeford in einem Interview mit dem Fernsehsender KHBS. Als er die Schüsse des Tatverdächtigen am Sonntag hörte, sei er barfuß zur Kirche gerannt, um den mutmaßlichen Täter mit seinem Gewehr zu konfrontieren.

Präsident Donald Trump verurteilte die Tat zwar, schärfere Kontrollen bei Waffenverkäufen lehnte er jedoch ab. Das Problem sei nicht das US-Waffenrecht, sagte er. "Wir haben eine Menge psychischer Störungen in unserem Land, wie andere Länder auch." Zum Glück habe in Texas noch jemand anderes eine Waffe gehabt und zurückgeschossen. Sonst hätte es viel schlimmer kommen können.

Unterdessen wurde ein mögliches Motiv für die Tat in einer Baptistenkirche bekannt. Dem Massaker war offenbar ein Familienstreit vorausgegangen. Den Behörden zufolge schrieb K. Textnachrichten mit Drohungen an seine Schwiegermutter. Nach der Tat soll er sich das Leben genommen haben.