Durch einen Anschlag in der Nähe eines Kulturzentrums in Kabul sind mindestens 40 Menschen getötet und mindestens 30 Menschen verletzt worden. Das bestätigte der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Nasrat Rahimi. Demnach sprengte sich zuerst ein Selbstmordattentäter in dem Gebäude in die Luft. Als Menschen zur Hilfe eilten, explodierten vor dem Kulturhaus zwei weitere Sprengsätze.

Zu dem Zeitpunkt des Anschlafs fand eine Feier zum 38. Jahrestag des sowjetischen Einmarschs in Afghanistan statt. Das Kulturzentrum befindet sich in der Nähe der Nachrichtenagentur Afghan Voice Agency. Diese veranstaltete zum Zeitpunkt des Anschlags eine Podiumsdiskussion mit Studierenden.

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat sich zu dem Anschlag bekannt, zuvor wiesen die Taliban die Verantwortung für das Attentat zurück. Über sein Sprachrohr Amaq teilte der radikalsunnitische IS mit, das schiitische Kulturzentrum sei Ziel eines Selbstmordattentats und von drei Bomben gewesen.

In derselben Gegend, im größten Kabuler Schiitenviertel Dascht-e Bartschi, hatte die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zuletzt im Oktober einen Selbstmordanschlag in einer schiitischen Moschee verübt, bei dem 71 Menschen während des Freitagsgebets starben. Seitdem hat der IS aber auch in anderen Stadtteilen Anschläge verübt und etwa einen Fernsehsender und ein Geheimdienstbüro angegriffen.