In der australischen Stadt Melbourne ist ein Autofahrer in eine Menschenmenge gefahren und hat 14 Personen verletzt. Nach Einschätzung der Ermittler hat der Fahrer seinen Wagen absichtlich in die Menge gesteuert. Es sei von einer "vorsätzlichen Tat" auszugehen, teilte die Polizei mit. Die Motive des Mannes seien unklar. Es gebe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

Zwei Verdächtige wurden festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, sei ihr der 32-jährige mutmaßliche Fahrer wegen Verkehrsdelikten und eines Falls der leichten Körperverletzung bekannt gewesen. Er habe außerdem psychische Probleme und eine Drogenvergangenheit gehabt. Der zweite Festgenommene sei beim Filmen des Vorfalls beobachtet worden. Bei einer Kontrolle habe man einen Beutel mit mehreren Messern bei ihm gefunden. Den bisherigen Erkenntnissen nach habe er aber keine Verbindung zum Fahrer.

Tatfahrzeug sei ein SUV gewesen. Er sei im Zentrum Melbournes in eine Straßenbahnhaltestelle gekracht, teilte die Polizei mit. Von den Verletzten seien zwölf im Krankenhaus. Ein Kind im Vorschulalter habe schwere Kopfverletzungen erlitten. Die Polizei forderte Zeugen auf Twitter auf, den Ermittlern Bilder von dem Vorfall zu schicken, um sie bei den Untersuchungen zu unterstützen.

Augenzeugen sagten dem Sender Sky News Australia, das Auto habe am Nachmittag (Ortszeit) an der belebten Flinders Street eine rote Ampel überfahren, beschleunigt und sei in die Menge gerast. Sky berichtete, das Auto sei gegen einen Poller vor der Haltestelle geprallt. Der Fahrer sei niedergerungen und mit Handschellen gefesselt worden. Passanten berichteten dem Rundfunksender Ten Network, der Fahrer sei absichtlich und mit hohem Tempo von etwa 100 Kilometern pro Stunde in die Menschen gerast. Die Straße war zu dem Zeitpunkt belebt, weil viele Menschen wegen ihrer Weihnachtseinkäufe unterwegs waren.

Der australische Premierminister Malcolm Turnbull zeigte sich betroffen. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern und den Rettungskräften, die sie behandeln", schrieb Turnbull auf Twitter. Die Bundespolizei, die Polizei des Staates Victoria und die Sicherheitsdienste arbeiteten zusammen, um den Vorfall zu untersuchen.

Im Januar war ein Autofahrer in eine beliebte Einkaufsstraße in Melbourne gerast. Er tötete sechs Fußgänger. Mehrere Passanten wurden verletzt. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei damals aus. Gegen den Mann, der sich derzeit vor Gericht verantworten muss, lief eine Fahndung, weil er seinen Bruder erstochen haben soll.