Das Bundeskriminalamt (BKA) erwartet 2017 einen deutlichen Rückgang bei der Zahl der Wohnungseinbrüche. Das sagte BKA-Präsident Holger Münch der Deutschen Presse-Agentur. Darauf würden auch die Prognosen der Versicherer hindeuten. Allerdings könne sich das Bild auch noch einmal ändern, da vor allem in dunklen Jahreszeit eingebrochen werde. Abschließende Fallzahlen für 2017 gibt es voraussichtlich im kommenden Frühjahr – dann wird die offizielle Kriminalstatistik für Deutschland vorgestellt.

Im vergangenen Jahr hatte es erstmals seit Jahren einen Rückgang gegeben: Die Anzahl der Fälle war bundesweit um 9,5 Prozent auf rund 150.000 gesunken. Die Täter werden nur selten ermittelt. 2016 lag die Aufklärungsquote bei 16,9 Prozent, im Jahr zuvor waren es gerade einmal 15,2 Prozent.

Bei den Tatverdächtigen dominieren nach BKA-Angaben zwar nach wie vor deutsche Staatsangehörige und sogenannte "örtlich-regionale Täter" wie etwa Banden von Jugendlichen oder Drogenabhängige. Kontinuierlich zugenommen habe aber der Anteil von nichtdeutschen Verdächtigen und von sogenannten reisenden Tätern, die sehr mobil und in gut strukturierten Banden zusammenarbeiteten. Diese stammen laut BKA häufig aus Südost- und Osteuropa.

Polizei und Politiker waren in den vergangenen Jahren unter Druck geraten, stärker gegen Einbrecher vorzugehen. Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr eine Strafverschärfung herbeigeführt. Beim Einbruch in eine Privatwohnung ist seitdem eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft festgelegt – vorher waren es sechs Monate. Der Rahmen reicht bis zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe.