Im Kongo nahe der Stadt Beni wurden mindestens 14 Soldaten und 5 Angehörige der kongolesischen Streitkräfte bei einem Angriff von Rebellengruppen auf einen Stützpunkt der UN-Friedenstruppen getötet. 53 weitere wurden verletzt, wie die Vereinten Nationen mitteilten. Verantwortlich dafür seien vermutlich Kämpfer der ugandischen Rebellengruppe Alliierte Demokratische Kräfte (ADF). UN-Sprecher Farhan Haq bezeichnete die Tat als die schlimmste Attacke auf eine Friedensmission in der jüngeren UN-Geschichte.

Die Blauhelmsoldaten stammten weitgehend aus Tansania. Mindestens fünf kongolesische Soldaten wurden ebenfalls getötet, wie Haq sagte. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Tat als Kriegsverbrechen und forderte die Behörden des afrikanischen Landes auf, umfassend zu ermitteln.

Auch das Auswärtige Amt verurteilte den Angriff. "Wir unterstützen die Vereinten Nationen darin, diese Attacke schnellstmöglich aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Tötung von Blauhelmen ist ein Kriegsverbrechen." Der Leiter der UN-Friedensmission im Kongo, Maman Sidikou, sagte, derartige Angriffe seien "feige und ein schwerer Verstoß".

Die Blauhelmbasis befindet sich in Semuliki in der Provinz Nord-Kivuentfernt rund 45 Kilometer von der Stadt Beni. Diese wurde in der Vergangenheit wiederholt von der Rebellengruppe (ADF) angegriffen. Auf dem Stützpunkt sind Interventionstruppen stationiert, die das Mandat zu Offensiven erhalten haben, wie Radio Okapi berichtete, das mit der UN-Mission verbunden ist.

Der UN-Blauhelmeinsatz Monusco im Kongo ist der größte und teuerste der Welt. Die Soldaten sollen in dem afrikanischen Land für eine Beruhigung der Lage im Konflikt mit mehreren bewaffneten Gruppierungen sorgen. UN-Angaben zufolge wurden seit dem Beginn der Mission im Jahr 1999 fast 300 Blauhelme in dem Land getötet.

Mehr als 700 Zivilisten wurden seit Oktober 2014 getötet, viele von ihnen mit Messern und Macheten. Die Monusco und die kongolesische Regierung machen die ADF für diese Angriffe verantwortlich.

Der Kongo litt unter einer der brutalsten Kolonialherrschaften, bevor das Land für Jahrzehnte zur Diktatur wurde. Es folgten eine Reihe von Bürgerkriegen. Zwischen dem seit 2001 amtierenden Präsidenten Joseph Kabila und der Opposition herrscht ein Machtkampf. Eigentlich musste gemäß der Verfassung bereits 2016 ein Nachfolger für Kabila bestimmt werden. Wann es tatsächlich zu Neuwahlen kommt, ist derzeit offen.