In Moskau ist ein Linienbus in eine Menschenmenge gefahren und hat mindestens vier Menschen getötet. 13 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Unter den Toten waren laut Polizei Passanten und Businsassen. Einen Anschlag schlossen die Einsatzkräfte aus.

Vermutlich sei ein mechanischer Defekt für den Zwischenfall verantwortlich, möglicherweise habe auch der Fahrer die Kontrolle über den Bus verloren, teilten Ermittler mit. Der 58-jährige Fahrer sei festgenommen und vernommen worden. Er habe ausgesagt, dass das Bremssystem versagt habe, berichtete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Ermittler. Der Bus habe sich demnach selbst in Bewegung gesetzt, der Fahrer habe ihn nicht mehr stoppen können.

Nicht-verifizierte Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie der Bus erst langsam durch eine Lücke zwischen anderen Fahrzeugen manövriert wird und dann die Treppe einer Fußgängerunterführung hinabrast. 

In ersten Berichten war von vier oder fünf Todesopfern die Rede. Es sei gelungen, einen tot geglaubten Mann wiederzubeleben, berichteten örtliche Medien. Von der Unfallstelle wurden Verletzte mit mehreren Helikoptern in Krankenhäuser geflogen.

Das Unglück ereignete sich am Kutusowski Prospekt, einer Hauptstraße im Westen der russischen Hauptstadt, an der ein vielbesuchtes Einkaufszentrum und die U-Bahn-Station Slawjanski Bulwar liegen. 

Auf russischen Seiten im Internet wurde rasch über einen Terrorakt spekuliert. Moskau war vor allem in den 2000er-Jahren immer wieder Schauplatz schwerer Anschläge gewesen. Im April dieses Jahres hatte ein islamistischer Selbstmordattentäter in der U-Bahn von St. Petersburg 14 Menschen und sich selbst in die Luft gesprengt. 

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin kündigte eine Überprüfung des städtischen Fuhrparks an. In der Woche vor Neujahr, dem wichtigsten Familienfeiertag im Jahr, machen viele Russen ihre Einkäufe. Die Moskauer Straßen und Geschäfte sind deshalb wie in Deutschland in den Tagen vor Weihnachten voller Menschen.