Bei einer Explosion in einer Gasstation in Österreich ist nach Angaben des Roten Kreuzes ein Mensch getötet worden. Außerdem seien 21 Menschen verletzt worden, einer davon schwer, twitterte die Polizei Niederösterreich. Zuvor hatte der Betreiber Gas Connect von vier Verletzten gesprochen. Auf dem Gelände arbeiteten rund 50 Menschen. Laut Polizei ist der Vorfall auf ein technisches Problem zurückzuführen. In mehreren Meldungen war von bis zu 60 Verletzten die Rede, die Polizei bestätigte diese Zahl nicht. Auf Bildern waren hohe Flammen zu sehen.

Nach Informationen der Onlineausgabe der Zeitung Der Standard hat die Hitze der Explosion Teile von Autos auf dem Parkplatz schmelzen lassen. Das Gebiet sei weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Rettungskräfte seien im Einsatz, teilte die Polizei mit. 

Italien ruft Energie-Notstand aus

Bei dem Unglücksort in Baumgarten an der March handelt es sich nach Angaben des Betreibers um eine Erdgas-Übernahmestation. Sie ist eine zentrale Drehscheibe für die Verteilung von Erdgas in Europa. 

Während aus Deutschland zunächst keine Berichte über Probleme beim Gasexport vorlagen, war der Weitertransport von Österreich nach Süden und Südosten nach Angaben des Betreibers Gas Connect bis auf weiteres unterbrochen. Betroffen waren unter anderem die Slowakei, Slowenien, Ungarn und Kroatien. Auch Italien war als Empfängerland fast völlig abgeschnitten. Italiens Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, das auch für die Energie zuständig ist, rief den Energienotstand aus.

Die Gazprom-Tochter Gazprom Export teilte mit, man arbeite daran, Umgehungsrouten zu finden, um Lieferengpässe zu vermeiden. Aus der Ukraine, dem Haupttransitland für russisches Gas, wurde nach slowakischen Angaben ein Drittel weniger Erdgas in Richtung Westen geliefert als noch am Montag.

Der genaue Unfallhergang ist laut Polizei noch ungeklärt. Die Gasstation zählt zu den wichtigsten Knotenpunkten Europas. Die betroffene Anlage ist laut Betreiber auf Sicherheitsmodus heruntergefahren worden und derzeit außer Betrieb.