Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche in der pakistanischen Stadt Quetta sind mindestens neun Menschen getötet und 57 verletzt worden. Darunter seien sieben Schwerverletzte, sagte Wasim Baig, Sprecher des größten Krankenhauses der Stadt.

Zwei Männer mit Sprengstoffwesten am Körper hätten die in der Adventszeit gut besuchte Kirche angegriffen, teilte der Innenminister der Provinz Belutschistan, Sarfraz Bugti, mit. Einer der Täter sei am Eingang von den Sicherheitsleuten getötet worden. Der andere habe seine Sprengladung in der Kirche gezündet. Nach Behördenangaben wurde der Mann allerdings verwundet, sodass er den Hauptteil der Kirche nicht erreicht habe. "Andernfalls hätte der Verlust an Menschenleben viel größer sein können", sagte der Polizeichef der Provinz, Moazzam Ansari. Nach zwei mutmaßlichen Komplizen der Attentäter fahnden die Ermittler noch.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Zwei IS-Angreifer hätten die Kirche gestürmt, meldete die IS-Propagandaplattform Amak. Die Echtheit von derlei Meldungen lässt sich meist nicht überprüfen. In der Vergangenheit stellten sie sich aber häufig als authentisch heraus.

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe mitten im Gottesdienst eine Explosion gehört, der schweres Gewehrfeuer gefolgt sei. "Es war Chaos. Kugeln haben Menschen in der geschlossenen Halle getroffen", sagte der Mann mit dem Namen Aqil Anjum, der selbst am Arm verletzt wurde.

Zu dem Gottesdienst waren etwa 400 Menschen in die methodistische Kirche gekommen. Sie wurde bewacht, weil Islamisten in der Vergangenheit mehrmals christliche Einrichtungen in Pakistan attackiert hatten. In der rohstoffreichen Provinz Belutschistan, die an den Iran und Afghanistan grenzt, sind islamistische Aufständische und bewaffnete Separatisten aktiv.