Ein Mitglied der russischen Frauenpunkband Pussy Riot ist vor dem Gebäude des Inlandsgeheimdiensts (FSB) in Moskau festgenommen worden. Zuvor hatte Marija Aljochina ein weißes Tuch mit der Aufschrift "Alles Gute zum Geburtstag, Henker!" entfaltet. Damit protestierte sie gegen den russischen Geheimdienst, dessen Vorläuferorganisation KGB am 20. Dezember vor 100 Jahren gegründet wurde.

Der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge beschuldigen die Behörden Aljochina der Teilnahme an einer nicht genehmigten Kundgebung. Eine weitere Pussy-Riot-Aktivistin, Olga Borissowa, sagte, sie selbst habe entkommen können, Aljochina und die Fotografen seien jedoch festgenommen worden. Aljochina bleibt nach eigenen Angaben in Polizeigewahrsam und soll am Donnerstag einem Richter vorgeführt werden. Ihr drohen bis zu zwei Wochen Haft.

Vor fünf Jahren waren Aljochina und zwei weitere Pussy-Riot-Mitglieder festgenommen worden, nachdem sie in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein "Punkgebet" abgehalten hatten. Darin hatten sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin offen kritisiert. Wegen Rowdytums und Aufwiegelung zu religiösem Hass wurden die Frauen zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, kamen jedoch 2013 nach einer Begnadigung durch Putin vorzeitig frei.