Der AfD-Politiker Jens Maier soll Noah Becker, den Sohn von Ex-Tennisspieler Boris Becker und dessen Ex-Frau Barbara, in einem Tweet rassistisch beleidigt haben. Twitter löschte den Kommentar, der bereits am Dienstag veröffentlicht worden war. Darin hieß es über Noah Becker: "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären."

Zuvor hatte Becker in einem Interview gesagt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine "weiße Stadt". Er selbst sei bereits wegen seiner Hautfarbe attackiert worden.

Maier teilte mit, er habe den Tweet nicht selbst verfasst und bedauere diese "Panne". Er wolle sich "bei Herrn Becker dafür entschuldigen". Einer seiner Mitarbeiter habe den Kommentar verfasst, sagte der Dresdner AfD-Abgeordnete. Diesen habe er abgemahnt und zudem "organisatorische Konsequenzen" gezogen.

Nach Berichten der Bild-Zeitung plant Becker in Absprache mit seinem Vater, juristisch gegen Maier vorzugehen. Beckers Rechtsanwalt Christian-Oliver Moser sagte der Zeitung, er sei beauftragt worden, "unverzüglich die erforderlichen straf- und zivilrechtlichen Schritte gegen Herrn Jens Maier, MdB, wegen dieser eindeutig rassistischen Twitter-Nachricht zu ergreifen".

AfD-Chef Alexander Gauland reagierte auf den Tweet von Maier mit Unverständnis. Ein solcher Kommentar sei nicht sein Stil, sagte Gauland

Maier arbeitete, bevor er in den Bundestag einzog, als Richter am Zivilgericht. Das Landgericht Dresden hatte ihm im August einen Verweis erteilt, weil er mit rechten Parolen aufgefallen war und damit gegen das Mäßigungsgebot für Richter verstieß. Gegen Maier lief außerdem ein Parteiausschlussverfahren wegen seiner Äußerungen zu einem angeblichen deutschen "Schuldkult" und der "Herstellung von Mischvölkern" durch Zuwanderung. Der AfD-Landesverband Sachsen zog das Verfahren gegen den Juristen im November zurück

Auch Beatrix von Storch, die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, hat am Montag eine fremdenfeindliche Twitter-Nachricht veröffentlicht. Wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gingen bei der Staatsanwaltschaft Köln daraufhin Hunderte Strafanzeigen ein.