Im vergangenen Jahr haben 187.000 Menschen in Deutschland Asyl beantragt. Das teilten Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und die Leiterin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Jutta Cordt, mit. Die Zahl bedeutet einen deutlichen Rückgang: 2016 hatten etwa 280.000 Menschen Asyl gesucht, im Vorjahr waren es 890.000.

Gleichzeitig sank die Zahl der Abschiebungen auf etwa 26.000. Im Vorjahr waren es rund 28.000 gewesen. De Maizière lobte die Arbeit des Bamf und sagte, die Lage sei "im Griff". Die Zahl der Altfälle und die Dauer der Verfahren seien deutlich reduziert worden.

Die größte Gruppe der Asylsuchenden stammte wie bereits 2016 aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr den Angaben zufolge 47.434 syrische Flüchtlinge, gefolgt von Asylsuchenden aus dem Irak (21.043), Afghanistan (12.346) und Eritrea (9524). Aus der Türkei suchten vergangenes Jahr knapp 8.000 Menschen in Deutschland Asyl.

Das Bamf hat 2017 über die Anträge von etwa 600.000 Personen entschieden. Damit konnte die Anzahl der anhängigen Asylverfahren mit insgesamt 68.000 auf den niedrigsten Stand seit 2013 zurückgeführt werden. Ende Dezember 2016 waren beim Bamf noch etwa 433.000 Fälle anhängig gewesen.