Die Deutschen haben großes Vertrauen zur Polizei, zu den Universitäten, den Ärzten und ihrem eigenen Arbeitgeber. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL. Hierbei wurde das Vertrauen der Bevölkerung in 26 nicht politische, aber gesellschaftlich relevante Institutionen abgefragt. In dem Ranking rangieren Manager und Werbeagenturen auf den letzten beiden Plätzen.

Demnach haben 83 Prozent der Befragten Vertrauen in die Polizei, 80 Prozent in die Universitäten, 78 Prozent in die Ärzte und 75 Prozent in den eigenen Arbeitgeber. "Im Vergleich zu den Ergebnissen des Institutionen-Rankings 2016 ist das Vertrauen zur Polizei und zu den Gewerkschaften größer geworden", erläuterte Forsa-Chef Manfred Güllner. Auf Manager entfielen in dem Vertrauensranking hingegen lediglich sechs Prozent, auf Werbeagenturen fünf Prozent.

Gerade noch 27 Prozent der Deutschen vertrauen Unternehmen – das sind 18 Punkte weniger als in der Umfrage vor einem Jahr. Das Vertrauen in die Gewerkschaften dagegen nahm um sieben Punkte auf 49 Prozent zu. Dass das Vertrauen in die Wirtschaft deutlich zurückgegangen ist, begründete Güllner mit den Diskussionen über die Autoindustrie, der Pleite von Air Berlin und dem geplanten Stellenabbau bei Siemens.

Ostdeutsche haben wenig Vertrauen in Medien

"Durch die islamistischen Terroranschläge ist auch das Vertrauen zum Islam (minus 16 Prozentpunkte) und zum Zentralrat der Muslime in Deutschland (minus 15 Punkte) deutlich gesunken", fügte Güllner hinzu. 

Vertrauensverluste erlitten zudem die Bundeswehr (minus sieben Punkte auf 53 Prozent) und die deutschen Schulen (minus acht Punkte auf 63 Prozent). "Durch die vielen für die deutschen Schulen nicht sonderlich positiven Testergebnisse über die Bildungssituation und anhaltende Klagen der Eltern über den Zustand der Schulen und Unterrichtsausfälle ist auch das Vertrauen zu den Schulen gesunken", sagte der Forsa-Chef.

Das Vertrauen in die Presse ging um vier Punkte auf 40 Prozent zurück. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Ostdeutsche schenken den Medien deutlich weniger Vertrauen als die Westdeutschen. Demnach trauen nur 16 Prozent der Menschen in Ostdeutschland dem Fernsehen, im Westen sind es 30 Prozent. Nur 27 Prozent der Ostdeutschen haben Vertrauen in die Presse, dagegen 43 Prozent der Menschen in Westdeutschland.

Bei fast allen Institutionen sei das Vertrauen der Ostdeutschen niedriger als das der Westdeutschen, so Forsa. Das gilt auch für die Kirchen. Nur drei Institutionen schenken die Ostdeutschen ähnlich großes oder größeres Vertrauen als die Menschen im Westen: den Ärzten, dem Zentralrat der Juden und auf niedrigem Niveau dem Zentralrat der Muslime.

Forsa erkundet jedes Jahr zum Jahreswechsel das Vertrauen der Deutschen in verschiedene Institutionen. Für das Ranking 2017 wurden vom 15. bis zum 20. Dezember insgesamt 2.307 Menschen befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus-minus zweieinhalb Prozentpunkten.