Die Polizei von Las Vegas hat im Fall der tödlichen Schüsse auf die Besucher eines Country-Festivals einen vorläufigen Abschlussbericht veröffentlicht. Demnach hat der zum Tatzeitpunkt 64-jährige Stephen Paddock allein gehandelt. Er hatte nachweislich aus einer Suite im 32. Stock des Mandalay-Hotels auf die Menschenmenge geschossen und sich danach selbst getötet. Zugleich ermittelt das FBI weiter gegen eine zweite Person. Details hierzu gab die Polizei nicht bekannt. Die New York Times hat den Bericht online veröffentlicht.

Der Bericht beziffert die Zahl der Verletzten höher als bisherige Angaben. Wie der für das Clark County zuständige Sheriff Joe Lombardo mitteilte, wurden 851 Menschen infolge der Tat verletzt, 422 durch Schüsse. Bisher war von "mehr als 500" Verletzten gesprochen worden.  

Paddock hatte am 1. Oktober 2017 gegen 22 Uhr Ortszeit, während rund 20.000 Menschen in Las Vegas ein Musikfestival besuchten, das Feuer auf die Menschenmenge eröffnet. Kurz zuvor hatte er durch die Tür seiner Suite den Wachmann Jesus Camos angeschossen. Von den Fenstern seiner Suite aus erschoss Paddock 58 Festivalbesucher. In der Suite fand die Polizei später die Leiche des Amoktäters sowie 23 Waffen, darunter Kriegswaffen.

Es soll eine Anklage geben – unklar ist, gegen wen

Dem 81 Seiten starken Dokument zufolge feuerte Paddock etwa 1.100 Schuss ab, weitere 4.000 Schuss hatte er in seiner Suite vorrätig. Die Ermittlungen belegen die minutiöse Vorbereitung des Verbrechens. Paddock hatte vor der Tat monatelang recherchiert und dabei auch Taktiken der Polizei in Las Vegas untersucht. Außerdem hatte er vor dem Festival auch andere Orte ins Visier genommen und sich etwa erkundigt, wie voll der Strand von Santa Monica zu bestimmten Zeiten sei.

Nach Angaben der Polizei werde in dem Fall eine Anklage erwartet – allerdings nicht gegen die frühere Lebensgefährtin des Schützen, um die sich zeitweise Spekulationen gerankt hatten. Paddock bleibe der Alleinverantwortliche, hieß es am Freitag.