Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr wieder aufgenommen. "Die ersten Fernzüge sind unterwegs", sagte ein Bahnsprecher. In einigen Regionen sei der Verkehr nach Abzug des Sturmtiefs Friederike aber noch eingeschränkt. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen seien noch wichtige Strecken gesperrt, hieß es. 

Wegen des Sturms hatte die Bahn den Betrieb am Donnerstag erstmals seit dem Orkan Kyrill 2007 auf ihrem gesamten Fernverkehrsnetz gestoppt. Auch mehrere Flughäfen strichen aus Sicherheitsgründen Flüge. Im Norden machte zudem regional Schneeglätte Autofahrern zu schaffen. Vielerorts stürmte es nach Angaben von Meteorologen mit Windstärke zwölf und mehr.

Beim stärksten Orkan seit mehr als zehn Jahren in Deutschland wurden mindestens sechs Menschen getötet. Im thüringischen Bad Salzungen barg die Bundeswehr einen getöteten Feuerwehrmann. Der 28-Jährige war im Einsatz von einem Baum erschlagen worden. Ein Kollege wurde schwer verletzt.

In Emmerich wurde ein 59-Jähriger von einem Baum erschlagen. Im westfälischen Lippstadt starb ein Mann bei einem von einer Sturmböe ausgelösten Verkehrsunfall. Der Transporterfahrer hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in den Gegenverkehr geraten. Im sauerländischen Sundern starb ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. 

Dutzende Unfälle und Verkehrsbehinderungen

Im Süden Brandenburgs starb ein Lastwagenfahrer, als sein Fahrzeug in die Mittelleitplanke prallte und umstürzte. In der Nähe von Neubrandenburg starb eine 61-jährige Autofahrerin, die vermutlich wegen widriger Straßenverhältnisse und zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über ihr Auto verlor und gegen einen entgegenkommenden Lastwagen fuhr.  

Etwa 250 Reisende saßen längere Zeit in einem ICE in Südniedersachsen fest, der in einen umgestürzten Baum gefahren war. In Thüringen wurde das Dach einer Schule abgehoben, in der sich noch Kinder befanden. Verletzt wurde niemand, das Dach des Grundschulgebäudes landete auf dem Schulhof. In Menden in Nordrhein-Westfalen wurde das Dach eines Supermarkts auf die Straße geweht. Allein in NRW mussten Feuerwehr- und Rettungsdienste laut Innenministerium zu mindestens 7.000 Einsätzen ausrücken.

Wegen der Gefahr umstürzender Bäume soll die Autobahn 7 an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Hessen in Richtung Süden laut Polizei voraussichtlich bis zum Mittag gesperrt bleiben.

Das Wetter hat sich mittlerweile beruhigt. In der Nacht zu Freitag hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) die letzten Unwetterwarnungen auf. Am Tag weht der Wind laut DWD anfangs an der See und in den Bergen noch stürmisch. Probleme drohen weiterhin durch glatte Straßen. Es sind immer wieder Regen-, Schnee- und Graupelschauer möglich. An den Alpen erwartet der DWD kräftige Schneefälle.