Der verurteilte SS-Buchhalter Oskar Gröning ist mit seinem Gnadengesuch gescheitert. Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Lüneburg mit. Gröning soll seine Haft in Uelzen nun zügig antreten.

Der 96-Jährige war im sogenannten Auschwitz-Prozess 2015 wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte zugegeben, im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz Geld aus dem Gepäck der Verschleppten gezählt und weitergeleitet zu haben. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil im September 2016.

Gröning hatte bereits versucht, rechtlich gegen das Urteil vorzugehen und sich aus gesundheitlichen Gründen als nicht haftfähig einstufen zu lassen. Im vergangenen Dezember wies das Bundesverfassungsgericht seine Beschwerde als letzte mögliche Instanz abgelehnt.

Laut dem Bundesverfassungsgericht sind schwere Gesundheitsgefahren nicht erkennbar, die medizinischen Vorkehrungen im Gefängnis seien ausreichend. Wegen der Schwere von Grönings Taten habe die Durchsetzung der Strafe ein besonderes Gewicht. Sollte sich der Zustand verschlechtern, könne die Haft jederzeit unterbrochen werden.