Nothilfe, Essensrationen nur als Gegenleistung für Sex – das ist in weiten Teilen Syriens Alltag für viele Frauen. So berichtet es die BBC unter Berufung auf mehrere Entwicklungshelfer aus Syrien. Demnach fordern Helfer vor Ort häufig sexuelle Gefälligkeiten von Frauen in Not. Unter den Helfern sollen auch lokale Organisationen sein, die mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten – eigentlich, um die humanitäre Krise vor Ort zu lindern.

Die Vereinten Nationen bestreiten laut BBC, Kenntnis von solchem Fehlverhalten bei ihren lokalen Partnern zu haben und versprechen eine Null-Toleranz-Politik. Wegen der gefährlichen Lage im Land sind viele internationale Organisationen auf Unterstützung einheimischer Helfer angewiesen.

Frauen tauschten sexuelle Handlungen für Essen oder Fahrdienste, berichtet die Helferin Danielle Spencer dem britischen Sender. Hilfsrationen würden so zurückgehalten. Teilweise weigerten sich Frauen inzwischen zur Ausgabe von Hilfsorganisationen zu gehen, um nicht als promisk zu gelten. 

Dabei ist das Phänomen nicht neu. Im Herbst veröffentlichte der United Nations Population Fund (UNFPA) einen Bericht, in dem die Lage von Frauen in Syrien untersucht wird. Demnach leiden Frauen besonders unter dem Bürgerkrieg. Oft seien sie sexueller Gewalt schutzlos ausgeliefert. Besonders junge Frauen, Flüchtlinge und Witwen sind demnach gefährdet, Opfer von sexuellen Übergriffen zu werden. Auch Übergriffe von Helfern werden in dem Bericht angesprochen. "Sexuelle Ausbeutung von Helfern bei Verteilaktionen werden häufig von Betroffenen berichtet", heißt es in dem Bericht. "Je mehr ein Mädchen dem Verteiler gibt, desto mehr Hilfe bekommt sie", zitiert der Bericht eine Syrerin. Hilfe sei nicht umsonst, sagt eine andere. Von Übergriffen durch Helfer, die mit den Vereinten Nationen in Verbindung stehen, ist in dem Bericht nicht die Rede.