Die Essener Tafel hält zunächst an ihrer Entscheidung fest, nur noch Deutsche als Neukundinnen und Neukunden aufzunehmen. Zudem wolle die Organisation einen runden Tisch mit der Stadt gründen, teilte die Stadt Essen nach einer außerordentlichen Sitzung mit der Tafel mit. Dieser solle daran arbeiten, dass die Essener Tafel ihre Zielgruppen wieder bestmöglich erreicht.

In dem Gremium sollen demnach neben der Essener Tafel auch die Essener Wohlfahrtsverbände und der Verbund der Essener Migrantenselbstorganisationen vertreten sein. Der städtische Sozialdezernent solle den runden Tisch moderieren. Bei der Sondersitzung habe Einigkeit geherrscht, dass besonders Alleinerziehende, Familien mit minderjährigen Kindern und Seniorinnen und Senioren im Fokus der Essener Tafel stünden.

Weil der Anteil nicht deutscher Klienten auf drei Viertel angestiegen ist, nimmt die Essener Tafel derzeit nur noch Deutsche als Neukunden auf. Der Vorsitzende der Essener Tafel, Jörg Sartor, begründete das Vorgehen damit, dass sich gerade ältere Menschen sowie alleinerziehende Mütter von den vielen fremdsprachigen jungen Männern in der Warteschlange abgeschreckt fühlten. Die Maßnahme habe nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sagte er. Es solle einfach nur wieder gerecht verteilt werden.

Der Aufnahmestopp von Ausländern stieß auf bundesweiten Widerstand – auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich kritisch. "Da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen", sagte Merkel am Montagabend in einem Interview mit dem Sender RTL. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt widersprach der Bundeskanzlerin: "Es ist richtig, dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Verdrängung kommt an der Tafel", sagte er.