Nach dem Amoklauf an einer Schule in Florida mit 17 Toten hat der Angreifer die Tat gestanden. Wie aus einem Polizeibericht hervorging, räumte der 19-jährige Nikolas C. ein, das Schulgelände mit einem Schnellfeuergewehr betreten und auf Schülerinnen und Schüler geschossen zu haben.

Nach offiziellen Angaben ließ C. sich mit einem Uber-Taxi zur Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland fahren, wo er um 14.19 Uhr Ortszeit eintraf. Drei Minuten später eröffnete er das Feuer auf mehrere Klassenzimmer. Um 14.28 Uhr verließ er das Schulgelände bereits wieder. Demnach sagte C. aus, dass er seine Waffe und seinen Rucksack mit weiterer Munition weggeworfen habe, um sich unter die aus der Schule fliehenden Menschen zu mischen.

Nach dem Massaker steuerte er einen Wal-Mart-Supermarkt und eine McDonald's-Filiale an, wie Bezirkssheriff Scott Israel Journalisten sagte. 40 Minuten später wurde er in der nahe gelegenen Stadt Coral Springs festgenommen, nachdem die Polizei ihn mithilfe von Videoaufnahmen aus der Schule identifiziert hatte.

C., der aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden war, erschoss 17 Menschen, von denen 14 zwischen 14 und 18 Jahre alt waren. 15 weitere Menschen wurden laut Polizei mit Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Der 19-Jährige wurde inzwischen formell des vorsätzlichen Mordes in 17 Fällen beschuldigt. Das AR-15-Schnellfeuergewehr kaufte er im Februar 2017 legal in Florida.

Bei einer Anhörung vor der Richterin Kim Theresa Mollica per Videoschalte sagte seine Pflichtverteidigerin Melisa McNeill, C. sei traurig und reumütig. Ihm sei vollkommen bewusst, was vor sich gehe. Er sei gleichzeitig ein "gebrochenes menschliches Wesen", sagte sie in Anspielung auf seine Kindheit und Jugend. C. wurde als Baby von einem Ehepaar in der Nähe von Parkland adoptiert. Der Vater starb, als Nicolas sechs Jahre alt war, die Mutter im Herbst vergangenen Jahres an einer Lungenentzündung. In den vergangenen Monate besuchte er nach Angaben des Anwalts seiner neuen Pflegefamilie eine therapeutische Einrichtung für Erwachsene. Angeblich soll er sich der rechtsradikalen Miliz Republic of Florida angeschlossen haben, die sich zum Ziel gesetzt hat, Florida zu einem eigenen, weißen Ethnostaat zu machen und sich aus der modernen Welt zurückzuziehen.

An der Schule galt er Mitschülern zufolge als schwieriger Einzelgänger und als Waffennarr. In sozialen Netzwerken soll er Bilder von Messern oder Pistolen gepostet haben. Die US-Bundespolizei FBI bestätigte, im September auf einen auf YouTube veröffentlichten Beitrag hingewiesen worden zu sein, in dem ein Nutzer namens Nikolas C. ankündigte: "Ich werde ein professioneller Schulschütze." Das FBI erklärte, es habe daraufhin Datenbanken gesichtet und andere Überprüfungen vorgenommen, die fragliche Person aber nicht identifizieren können.

US-Präsident Donald Trump ordnete landesweite Trauerbeflaggung an und kündigte an, die Sicherheit "unserer Schulen und unserer Kinder" zu verstärken. Konkrete Maßnahmen, etwa Eindämmung der weiten Verbreitung von Schusswaffen und zum Waffenrecht, nannte er jedoch nicht. Stattdessen verwies er auf den psychischen Zustand des Täters. "So viele Zeichen, dass der Florida-Schütze geistig gestört war, sogar wegen schlechten und unberechenbaren Verhaltens der Schule verwiesen", twitterte er und kündigte an, die betroffene Kleinstadt zu besuchen.

Justizminister Jeff Sessions sprach sich für Untersuchungen zu Verbindungen zwischen psychischen Erkrankungen und Waffengewalt aus. Damit werde er sein Ministerium beauftragen, sagte er vor einer Gruppe Sheriffs in Washington. "Es kann nicht bestritten werden, dass in unserem Land etwas Gefährliches und Ungesundes passiert."