Hamburg will die umstrittene Öffentlichkeitsfahndung nach Randalierern und Plünderern beim G20-Gipfel deutlich ausweiten. "Wir arbeiten derzeit daran, mit entsprechendem Bildmaterial auch im europäischen Ausland öffentlich zu fahnden", sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) dem Hamburger Abendblatt. Die Fahndungsbilder sollen etwa in Spanien und Italien verbreitet werden. Aus diesen Ländern seien besonders viele militante Linksextremisten zum G20-Gipfel nach Hamburg gereist.

Mit dem Schritt betrete man Neuland, sagte Grote. Die Öffentlichkeitsfahndung in Deutschland sei bisher erfolgreich verlaufen. Es sei gelungen, mehrere Täter zu identifizieren. Nach Polizeiangaben wurden 23 Tatverdächtige ausfindig gemacht, nach denen mit Fotos gefahndet wurde.

Der Innensenator verteidigte die Veröffentlichung der Bilder. "Ich warne sehr eindringlich davor, die Taten im Schanzenviertel oder in Altona zu verharmlosen. Die deutliche Gegenreaktion der linken Szene kann niemanden wundern. Erstmals können sich Täter noch Monate nach Krawallen nicht sicher fühlen", sagte Grote.

Seit dem 18. Dezember fahndet die Hamburger Polizei im Zusammenhang mit den G20-Krawallen öffentlich nach Straftätern. Mehr als 100 Aufnahmen von mutmaßlichen Tätern wurden dazu online veröffentlicht. Insgesamt gibt es nach Polizeiangaben etwa 3.000 Ermittlungsverfahren. Im Umfeld des Gipfels war es trotz des Einsatzes von mehr als 20.000 Polizisten zu gewalttätigen Ausschreitungen und zur Plünderung von Geschäften gekommen.