Nach dem schweren Erdbeben im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca hat Innenminister Alfonso Navarrete die Schäden begutachtet; dabei stürzte sein Hubschrauber in einer Menschenmenge. 13 der Menschen auf dem Boden seien getötet worden, teilte die Staatsanwaltschaft im Staat Oaxaca mit. Die Opfer, unter ihnen drei Kinder, hätten nach dem Beben der Stärke 7,2 die Nacht auf einem Feld verbracht, auf das der Hubschrauber stürzte, hieß es aus Behördenkreisen. 15 weitere Menschen am Boden wurden verletzt; der Innenminister selbst erlitt leichte Verletzungen.

Als in Oaxaca im Süden Mexikos wieder die Erde gebebt hatte, waren viele Menschen aus ihren Häusern geflohen. In der Gegend waren erst am 7. September fast 100 Menschen durch einen Erdstoß ums Leben gekommen. Zwölf Tage später wurden bei einem weiteren Beben in Mexiko-Stadt und Umgebung 369 Menschen getötet.

Beim jüngsten Erdbeben gab es bis zum Absturz des Hubschraubers nur zwei Verletzte. Etwa 200 Häuser wurden beschädigt, darunter auch das Rathaus und die Kirche der Kleinstadt Santiago Jamiltepec.

Pilot hatte die Kontrolle verloren

Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, wollte der Helikopter mit Navarrete und Oaxacas Gouverneur Alejandro Murat auf einem leer stehenden Grundstück in Jamiltepec landen. Ein mitreisender Reporter, Jorge Morales, sagte dem mexikanischen Fernsehen, der Pilot habe die Kontrolle über den Hubschrauber verloren und versucht, im aufgewirbelten Staub zu landen. Er sei regelrecht über den Platz geschlittert und habe mehrere parkende Autos erfasst. 

Sowohl Navarrete als auch das Verteidigungsministerium bekundeten ihr Beileid für die Todesopfer und deren Familien. Für den erst seit Kurzem amtierenden Innenminister ist es der zweite Zwischenfall binnen weniger Tage, der ihn in der Öffentlichkeit schlecht dastehen lässt. Erst am Mittwoch musste er einräumen, dass ein Geheimagent, der seinem Ministerium untersteht, den oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Ricardo Anaya beschattet hatte.

Das Epizentrum des Bebens lag 53 Kilometer von der Stadt Pinotepa Nacional entfernt in einer ländlichen Gegend nahe der Grenze zum Staat Guerrero und der Pazifikküste. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte ereignete es sich in einer Tiefe von 24 Kilometern. Es war bis nach Mexiko-Stadt zu spüren, wo Gebäude schwankten und Angestellte in Panik aus Bürotürmen rannten. Ein Nachbeben der Stärke 5,8 rüttelte die Hauptstadt danach ein weiteres Mal durch.