Der private Fernsehsender Sat.1 hat begonnen, interne Hinweise auf frühere Vorwürfe gegen den Regisseur Dieter Wedel zu prüfen. Man nehme die aktuellen Vorwürfe sexueller Übergriffe sehr ernst, teilte der Sender mit. Aus diesem Grund habe man Untersuchungen angestoßen. 1998 strahlte Sat.1 den erfolgreichen Mehrteiler "Der König von St. Pauli" aus, bei dem Wedel Regie geführt hatte.

Das Ziel des Senders sei es, Übergriffe so weit wie möglich auszuschließen oder unmittelbar aufzuarbeiten, teilte Sat.1 mit. Das Medienunternehmen ProSiebenSat.1 lebe "eine Unternehmenskultur, die jegliche Art von Diskriminierung, sexueller Gewalt und Machtmissbrauch untersagt", betonte der Sender. "Als Konzern haben wir eine moralische Verantwortung, unsere Mitarbeiter und die Mitwirkenden an unseren Produktionen vor sexueller Diskriminierung und Machtmissbrauch zu schützen."

Zuvor hatte die Produktionsfirma Bavaria Film angekündigt, die Zusammenarbeit mit Wedel zu untersuchen. Und auch der Saarländische Rundfunk (SR) gab in der vergangenen Woche bekannt, dass eine Taskforce zur Aufarbeitung von Vorwürfen gegen Wedel, die eine Schauspielerin bereits 1981 erhoben hatte, eingesetzt worden sei. Warum damals niemand auf die Anschuldigungen reagiert habe, wisse man leider nicht, teilte der SR mit.

Der heute 75-jährige Regisseur hat die Anschuldigungen mehrerer Frauen per eidesstattlicher Versicherung zurückgewiesen, die von Schikane am Set über sexuelle Belästigung bis hin zu Vergewaltigung reichen.